19.11.2013, Zischgeles, 3005m

Mit dem Gedanken, der Zischgeles sollte bei solchen Verhätnissen schon gehen, habe ich schon länger gespielt. Zum Probieren war die Motivation aber zu gering. Der Eintrag in der Alpinen Auskunft vom Sonntag hat mir den letzten Ruck gegeben. Wenn wirklich zu wenig ist, muss man halt Heruntertragen. Bin der Spur bis zum Ende, ca. 150hm vorm Skidepot, gefolgt und hab von dort selber weitergespurt. Überraschenderweise bin ich problemlos bis zum „normalen“ (=oberen) Skidepot hinaufgekommen. Das Stück zu Fuß hinauf war mehr Wühlerei als erwartet. Von Süden her hats immer wieder kurzes Schneefuseln hereingedrückt, die Sicht war trotzdem recht ok zum Abfahren.

Bis 2400m bin ich ohne Untergrundkontakt bei einem Wahnsinnspulver hinunter (in der leicht angedeuteten Rinne, die immer länger zum Ausapern braucht, als der Rest vom Kamplloch, super!), darunter hat man ein paar Almrosen gestreift, aber kaum hartes Material. Bis 1900m ging’s mit Aufpassen auch erstaunlich gut. Dann nur mehr vorsichtiges hin- und herrutschen. Beim Aufstieg hat die Geschichte unten eigentlich als kaum fahrbar hergeschaut, aber das täuscht gewaltig. Wahrscheinlich deswegen haben gestern (?) auch drei oberhalb von der Alm umgedreht.

…. damits im unteren Teil halbwegs geht (im oberen ists bereits „gut“), brauchts wirklich nicht mehr viel.

das Almrosengelände hinter den Spuren schaut viel schlimmer aus, als es zum Fahren ist
das Almrosengelände hinter den Spuren schaut viel schlimmer aus, als es zum Fahren ist

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Sattelloch
Sattelloch
Grubenwand, Hinteres Gleirsch
Grubenwand, Hinteres Gleirsch

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Kamplloch
Kamplloch
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eine Sensorreinigung würde wieder einmal nicht schaden
Hardcore-bearbeitet um die Spuren halbwegs sichtbar zu machen, wegen der schlechten Sicht schwer zu fotografieren
Hardcore-bearbeitet um die Spuren halbwegs sichtbar zu machen. wegen der schlechten Sicht.

 

links sieht man die Rinne, die ich meine
links sieht man die Rinne, die ich meine. im Bild darüber auf der rechten Seite

 

Der (vermutlich) erste zu sein, hat was…

8.11.2013, Kirchbergköpfl – Hechenberg

Am Nachmittag vom Kranebitter Bahnhof über den Schleifwandsteig zur Magdeburger Hütte (nicht so gut beinander, teils erodiert und mit der dicken Buchenlaubschicht im Herbst nicht fein zu gehen. In die Kranebitter Klamm hinunter sinds schon recht steile Seiten, ausrutschen nicht angenehm). Bei wenig Schnee und ziemlich viel Gatsch aufs Kirchbergköpfl, den höchsten Punkt vom „Gebirgszug“ zwischen Zirl und Kranebitten – naja mit 1943m kann man kaum von „Gebirge“ sprechen. Der Name kommt von der Zirler Seite, oberhalb der Zirler Mahder befindet sich die Kirchbergalm mit, wie solls anders sein, einem Kirchl. Die Aussicht kann man nur durch das Herausschneiden der Latschen (oder wie man als richtiger Tiroler sagen sollte: Zuntern) genießen, sonst würde man mitten drin sitzen und gar nichts sehen. So wie im Abstieg zum Hechenberg, dort ist der Steig mit Latschen überdacht, man muss sich immer wieder bücken. Auch allen anderen Eigenschaften zufolge ist der Steig schon lange nicht mehr gerichtet worden. Nach Kranebitten hinunter sinds wieder steile Grasseiten, oft mit alten Eisenseilen versichert. Der lichte Wald besteht natürlich aus Rotföhren und nicht aus Lärchen, wie man in einer Beschreibung aus einem großen Tourenportal liest. Hab noch einige Minuten einen Segelflieger beobachtet der die Föhnwellen genutzt hat: Wild, wie der das Flugzeug hergelassen hat: in wenigen Sekunden fast senkrecht hinauf bis auf den Wellenberg langsam den Flieger umkippen lassen und wieder senkrecht hinunter ins Wellental – wohl mehr als hundert Höhenmeter in wenigen Sekunden und das ganze einige male ohne Pause hintereinander. Hier ein Foto dazu, damit man sich vorstellen kann, was eine Föhnwelle ist.

Eine schöne, ziemlich schneefreie, Herbsttour mit super Aussicht und wegen der geringen Starthöhe auch ein paar Höhenmetern. Zum Gehen nicht so angenehm.

Hechenberg von Kranebitten
Hechenberg mit Hechenbergl (vorgelagertes Köpfl rechts) von Kranebitten aus
Weltstadt
die Stadt
Magdeburger
Magdeburger
Kirchbergköpfl
Kirchbergköpfl
Uni+Flughafen
Uni+Flughafen
Völs
Völs
Kematen
Kematen

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Eingang ins schönste Seitental des Inntals
Eingang ins schönste Seitental des Inntals
Rosskogel, Paider Spitze, Seejoch
Freihut, Haidenkogel, Zwieselbacher, Raiche, Rosskogel, Paider Spitze, Schlossköpf, Seejoch
Oberinntal
Oberinntal
schöner Blick in die Mairrinn
schöner Blick in die Mairrinn

21.10.2013, Flaurlinger Narrenböden

Etwas verrücktes ist sich in den letzten Schneeresten noch ausgegangen:

Von der Drei Seen Piste hab ichs vorgestern gesehen: Eine Rinne die von den Flaurlinger Narrenböden herunterzieht wurde von fast ganz oben weg (vom starken Nordwestwind vor einigen Tagen) schön eingeweht und sollte fahrbar sein. Außerdem gabs vorgestern, wo die Sonne in einem entsprechenden Winkel draufscheint, schon tragfähigen Harsch.

Leider war die Nacht nicht klar (zumindest teilweise) und warm war auch. Probieren wollte ichs trotzdem. Wenn man bis zum Boden durchbricht, müsste ich die Ski halt auf den Rucksack schnallen und wieder hinuntertragen. Bin also zwischen den Galerien weg und hab die 780hm hinaufgetragen – echt fein mit einem derart leichten Ski. Mit einmal ausziehen bin ich davon wieder 500hm abgefahren. Nur ganz oben, wo die Sonne schon eine Weile am Vormittag hineingekommen ist, hab ich ein paar mal Untergrund erwischt. Sonst ging’s ganz gut, Traumschnee war natürlich keiner aber für die südseitige Ausrichtung und Mitte Oktober…

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Blick Richtung Kühtai
Blick Richtung Kühtai
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noch einige am Weg – lustige Stimmung das Zirpen der Heuhüpfer bei einer Skitour zu hören
oberer Teil von meinem "Abfahrtsstreifen"
oberer Teil von meinem „Abfahrtsstreifen“
Blick in den mittleren Teil
Blick in den mittleren Teil

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am höchsten Punkt der Narrenböden. hinten der Rietzer
am höchsten Punkt der Narrenböden. hinten der Rietzer
schön mittig halten
schön mittig halten

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fertig
fertig

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8.10.2013, Wechnerwand, 2852m

Über den Steig geht’s ins Mittertal, den ich unterhalb vom Maningkogel verlasse. Über einen steilen Schutthang bin ich weiter in die Senke vorm Mittertalferner. Dort liegen nur große Steine herum die heute mit einer hauchdünnen Reifschicht überzogen waren, ich hab mich gefühlt wie auf einem Eislaufplatz, man hat extrem vorsichtig steigen müssen. Aber nur kurz, dann fängt der Schnee an. Vom Mittertalferner ist noch mehr übrig, als ich erwartet habe. Das Eis ist auch noch relativ dick: Immer wieder sieht man eine mindestens fünf Meter tiefe Spalte, verursacht durch ein Bachl das sich durchs Eis hinunterfrisst. Ich stapfe durch den Schnee auf die linke Hälfte der Scharte (ein Turm trennt die zwei Schartenteile) und von dort geht’s über den Grat auf West- und Ostgipfel der Wechnerwand. Am Ostgipfel war kein Steinmandl. Ich hab eins aufgebaut. Am Westgipfel schon. Weil ich recht knapp dran war und in der Uni einen Pflichttermin hatte, ging’s nach sehr kurzer Gipfelpause wieder zurück auf die Wechnerscharte und von dieser durch die (bei uns wohl am häufigsten im Winter befahrene) Rinne ins Längental. Wegen dem harten Schnee am steilen Abschnitt von der Scharte hinunter wollte ich nicht übers Mittertal zurück.

Von Steigbeginn hab ich schließlich ohne Pause bis zum Auto zurücklaufen müssen, weils ich so spät dran war. Daheim hab ich noch ein Mittagessen hinuntergeschlungen und bin pünktlich in der Uni angekommen :-)

Alle Bezeichnungen mit „Wechner“ sind übrigens nach Carl Wechner benannt, der viele Berge in unserer Gegend (touristisch) erstbestiegen hat.

 

Start am Längentalspeicher
Start am Längentalspeicher
Maningkogel Kante - die wohl bekannteste der wenigen Klettertouren im Sellrain/Kühtai
Maningkogel Kante – die wohl bekannteste und schönste der wenigen Klettertouren im Sellrain/Kühtai
im Vordergrund der Eislaufplatz
im Vordergrund der Eislaufplatz
Blick hinaus durchs Mittertal
Blick hinaus durchs Mittertal
Mittertalferner
Mittertalferner

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Blick vom Ostgipfel zum Roten Kogel
Blick vom Ostgipfel zum Roten Kogel
Vom Ostgipfel zum Acherkogel + Maningkogel
Vom Ostgipfel zum Acherkogel + Maningkogel
Mitte: Wörglgratspitze, links Wetterkreuz
Mitte: Wörglgratspitze, links Wetterkreuz
Kühtai
Kühtai
Mittertal vom Gipfel
Mittertal vom Gipfel
vom Ostgipfel zum Westgipfel.
vom Ostgipfel zum Westgipfel.
Hochreichkopf
Hochreichkopf
Niederreichscharte + Hochbrunnach
Niederreichscharte + Hochbrunnach
vom West zum Ostgipfel geschut
vom West zum Ostgipfel geschut
Mittertalferner. Das Eis ist fast vollständig vom Geröll verdeckt
Mittertalferner. Das Eis ist fast vollständig vom Geröll verdeckt
Grat Wechnerkogel - Acherkogel
Grat Wechnerkogel – Acherkogel
Rundumsicht
Rundumsicht

 

Laut Papa hängt die Schlinge schon seit Urzeiten dort...
Laut Papa hängt die Schlinge schon seit Urzeiten dort. Sie entschärft die schwerste Stelle.
Grat
Grat
do bin i her
do bin i her
do gea i hin
do gea i hin
nach unten geschichtete Platten am Vorbau vom Wechnerkogel
nach unten geschichtete Platten am Vorbau vom Wechnerkogel
Rinne weitet sich
Rinne weitet sich
Heuer bleiben viel mehr Schneeflecken liegen, als in anderen Jahren
Heuer bleiben viel mehr Schneeflecken liegen, als in anderen Jahren
Am Steig angekommen. Blick zurück. Rechts die Wechnerwand
Am Steig angekommen. Blick zurück. Rechts die Wechnerwand

 

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Der ein oder andere wird ihn gesehen haben: „Die Alpen – unserer Berge von oben“. Der Kinofilm den ich Anfang September verlinkt habe.

Die Aufnahmequalität und die neuen Perspektiven, die sich aus dieser Filmtechnik ergeben, sind lässig, aber der Inhalt des Films und vor allem der Kommentare waren unter jeder Erwartung – die pure Enttäuschung. Er mag vielleicht für jemanden interessant sein, der noch nie in den Bergen war und null Vorwissen über die Alpen hat: Subjektiv gesehen wurde nur zwischen ganz wenigen Orten hin und hergehüpft und immer wieder das gleiche gezeigt (z.B. der Kirchturm im Reschensee).

Ich hatte ein bisschen den Eindruck, die ganzen „Vorurteile“ die ein Flachländer hat bzw. nur die Bilder, die schon jedes kleine Kind im Kopf hat, wenn es die Begriffe „Berg“ oder „Skifahren“ hört, kommen zur Geltung, z.B: Gletscherskibetrieb ist schlecht, das Matterhorn – der König, mit Landschaft und Kultur wird „nur“ Geld gemacht, Almidylle …

– Ich persönlich gehe ja auf kein Bergfilmfestival mehr, da man immer mehr oder weniger das gleiche zu sehen bekommt. Der „Berggesichter“ Filmabend der Bergrettung Hall bietet wie jedes Jahr auch heuer wieder Abwechslung und eine interessante Diskussion im Anschluss.

 

18.8.2013, Obernberger Tribulaun, 2780m

Haben heute die gemütliche, landschaftliche sehr reizvolle Obernberger Tribulaunrunde gemacht:

Obernberg – Tribulaun – Roßlauf – Pfeiferspitzen – Portjoch – Obernberg. Mehr Text hier.

Lesenswertes zum Brenner Mesozoikum hier und hier.

 

Obernbergtal
Obernbergtal
Olperer und Fußstein
Olperer und Fußstein
Serles
Serles

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Am Weg zum Roßlauf
Am Weg zum Roßlauf
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Pflerscher und Gschnitzer Tribulaun bestehen offensichtlich nicht aus normalem Kalk, sondern aus Dolomit.
Habicht und Schwarze Wand
Habicht und Schwarze Wand. Zweitere dürfte „richtiger“ Kalk sein, kein Dolomit.
hinten im Licht: Rotgratspitze, Rotgratferner, Lüsener Fernerkogel. Vorne im Schatten links: Villerspitzen
hinten im Licht: Rotgratspitze, Rotgratferner, Lüsener Fernerkogel. Vorne im Schatten links: Villerspitzen
hinteres Pflerschtal: Agglsspitze, Feuersteine
hinteres Pflerschtal: Agglsspitze, Feuersteine
Pflerschtal
Pflerschtal
hinab aufs Portjoch
hinab aufs Portjoch
wir waren in Italien ;-)
wir waren in Italien ;-)
Rundum am Gipfel
Rundum am Gipfel