Die Villerspitzen: Amphibolite & Gletscherausblicke

Die Villerspitzen: Amphibolite & Gletscherausblicke

Lesezeit: 3 Minute(n)

Mehr Fotos und Informationen zur Tour bei Steffi.

Die beiden Villerspitzen zwischen Lüsenstal und Oberbergtal sind der größte Amphibolit-Stock der Sellrainer Berge. Ein Gestein das oft sehr schroffe Felsen bildet und grau-blau bis hellschwarz erscheint. Im Gegensatz zu den Gneisen im Sellrain enthält es kleinere Anteile an Silikaten. Dadurch bildet es weniger sauere Böden. Grasmatten, die möglichst frei von der rostblättrigen Alpenrose sind, brauchen in erster Linie basische oder zumindest nur schwach saure Böden.

Das gibt es im Sellrain nur dort wo die Berge aus den Amphiboliten gebaut werden. Die Amphibolite stellen durch ihre leicht basischen Böden und die damit einhergehenden, wunderschönen Grasmatten auch die primären Gleitschneelawinen-Bereiche im Sellrain dar: wie die Hänge am Oberstkogel und von den Schöntalwänden nach Lüsens. Neben den schönen, grünen, alpenrosenfreien Grasmatten beherbergen Amphibolite viele Pflanzen die in den sauren Böden des Kristallins sonst kaum vorkommen, wie zum Beispiel….  Aber auch die Xanthoria Flechte (orange) kommt am Amphibolit direkt neben der Landkartenflechte (gelb-grün) vor. Normalerweise besiedelt die Xanthoria nur basische Gesteine wie Kalke. Die Landkartenflechte nur saure wie „Urgesteine“ (Gneise, Granite). Dass man sie direkt nebeneinander am gleichen Stein findet, kommt nur an wenigen Gesteinen vor, die nicht wirklich sauer und nicht wirklich basisch sind – wie der Amphibolit eben.

Zum Bergsteigen eignet sich der Amphibolit meist relativ gut. Er ist fester als die Paragneise. Nur findet man dort oft grasdurchsetzte Felspartien wo man besonders aufpassen muss nicht wegzurutschen.

Hoher Villerspitz

Im abschüssigen Schiefen Gang
Hohe Villerspitze
Zwei Blockgletscher im Stiergschwez
Eine Blockgletscherzunge im Horntal
Landkartenflechte und Xanthoria Flechte am gleichen Felsen
Abstieg von der Hohen Villerspitze
Durch die Rinne
… über die Schlüsselstelle
Die Haupt-Gleitschneebereiche im Sellrain liegen dort wo es die für das Sellrain seltenen, reinen Grasmatten gibt
Die wildesten Schuhe die jemals den Hohen Villerspitz erreicht haben.

 

Lüsener Villerspitz

Auch am Lüsener Villerspitz findet man die Xanthoria am dunkelgrauen Amphibolit. Sowie am Normalweg mehrfach ins Auge stechende Gesteinsgrenzen zwischen Amphibolit und Paragneis unterhalb des Gipfels.
Pock war auch schon auf der Lüsener Villerspitz
Wechner, Tützscher und Seidler auch. Und zwar 1879
Fernerkogel
Jahrringe am Fotscher Ferner
1879 war der See bei der Seealm wahrscheinlich noch nicht komplett verlandet. Die schönsten Mäander des Sellrains

Gletschervergleiche

Lüsener Ferner 2019
2012. Der Teufel liegt im Detail
Wildes Hinterbergl. 2019
2012
Alpeiner Ferner 2019
2014 hat am Bruch noch kein Felsen herausgeschaut. Und die Zunge war auch noch mächtiger.
Breiter Grieskogel 2019
2012. Hui!
Östliche Seespitze + Ruderhofspitze 2019
2012

 

Dem warmen Sommer entsprechend gibt es dafür wieder viele gute Beeren. Wo das Auge auch hinblickt.
Share Button

2 Gedanken zu “Die Villerspitzen: Amphibolite & Gletscherausblicke

  1. Toller Beitrag. War letzte Woche auf der Ruderhof, das Felsfenster im Eisbruch ist mittlerweile erschreckend groß!

    Zu den Villerspitzen…gibts eine Route durch die Nordwand der Hohen? Frag mi jedes mal ob jemals jemand dran gedacht hat orthografisch links vom Fotscher Ferner de scheinbar senkrechte Wand zu durchsteigen…

Schreibe einen Kommentar

*