13.12.2018 | SchneeReport Kühtai-Sellraintal #2 | Saison 2018/19

13.12.2018 | SchneeReport Kühtai-Sellraintal #2 | Saison 2018/19

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Schneemenge

Der erste, große Schneefall der Saison hat im Sellrain 25-30cm gebracht. In den Gipfelbereichen bis über einen halben Meter. Der Gradient nach Westen Richtung Ötztal war sehr scharf während des Schneefalls: Westlich von Kühtai Richtung Ochsengarten und westliche Kühtaier Berge fiel etwa 1/3 mehr Schnee.

Sellrain – 12.12.2018

Der Schnee wurde durch den Nordweststurm  – wie üblich im Früh- und Hochwinter – klein- und großräumig verfrachtet. Dass heißt: Großräumig findet man auf den Westflanken der Berge wesentlich weniger Schnee als an ihren Ostflanken. Je höher und ausgesetzter sich der Bereich befindet, desto weniger Schnee liegt in Hängen in den Expositionen von West bis Nord. Vor allem in flacherem Muldengelände in den Ostflanken befindet sich dahingegen wesentlich mehr Schnee.

Kleinräumig hat der Wind in allen Expositionen Triebschnee gebildet den man teilweise nicht mehr erkennen kann weil er nochmal leicht überschneit wurde. Er ist zum einen zum Fahren blöd, zum anderen durch die Kälte mehrere Tage auslösbar.

Ich verwende für alle Touren noch Steinski. Bis über 2000m benützt man für die Abfahrt am besten noch Fahrwege, Rodelbahnen oder Pisten. Oberhalb von 2200m wächst die Schneemenge mit jedem Meter an Höhengewinn rasant an (vergleich Schneefallgrenzen der kleinen Schneefälle im November). Mit offenen Augen erwischt man oberhalb von 2200m in Gelände mit „glattem“ Untergrund kaum mehr Steine und kann tollen Pulver genießen.

Im unteren Teil auf Fahrwegen bleiben – derzeit eine sinnvolle Strategie.

 

Schneequalität

Der Temperatur und Jahreszeit entsprechend: Wo der Wind nicht zukommt gewaltiger Pulver!

Sonst oft gepresst oder steinig-abgeblasen.

Altschneeproblem

Regionen mit Altschneeproblem laut Lawinenvorhersage für den 14.12.2018

Mittlerweile manifestieren sich die Gebirgsgruppen mit einem relevanten Altschneeproblem bzw. dort die jeweiligen Problembereiche nach Höhenlage und Exposition. Wie üblich, sind die Stubaier Alpen dabei…

Die ECT-Ergebnisse zeigen noch keine klare Richtung der Auslösewahrscheinlichkeit (= Bruchausbreitung ja/nein? + nötige Belastung groß/klein?), aber es werden immer mehr ECTP-Ergebnisse (Bruch über den gesamten Block, also „Bruchausbreitung ja“) in diesen Höhen- und Expositionsbereichen bekannt.

Ich gehe derzeit möglichst nicht in steile Schattenhänge oberhalb von 2200m. Es bringt auch von anderen Gesichtspunkten her gar nichts:

  1. Sind die meisten Nordhänge durch die Windrichtung während des Sturms bezüglich Schneequalität wesentlich schlechter als Sonnenhänge
  2. Ich will einfach in die Sonne bei der Kälte
Leergefegte Westhänge. 12.12.2018
Beladene Osthänge. 12.12.2018
Mit Vorsicht, konservativem Fahrstil, Helm und offenen Augen für die verdächtigen Buckel im Schnee einfach nur lässig!

 

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