Bekannte Gleitschneebereiche im Sellrain | #DahoamimSellroan

Bekannte Gleitschneebereiche im Sellrain | #DahoamimSellroan

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Grundlegendes

Schneereiche Winter  sind meist schwachschichtarm, dafür reich an Gleitschnee-Erscheinungen.

Gleitschnee ist nichts anderes wie die Bewegungsform von Gletschereis: Durch das Gleiten (Bewegung der Schneedecke am Boden) tun sich Risse und Spalten auf, diese können aber auch als Lawine abgehen sobald sie sich als gesamte Tafel aus dem Schneegefüge herausgelöst haben und die Reibung schwächer wird als die Schwerkraft. Gleitschneelawinen haben mit Schneebrettlawinen dadurch wenig am Hut da sie durch einen ganz anderen Prozess ausgelöst werden. Man kann sie auch nicht auslösen.

Wir besprechen hier jene Bereiche an denen man in den Sellrainern häufig Gleitschneelawinen bzw. -risse sieht. Es gibt im Sellrain verhältnismäßig sehr selten Gleitschneelawinen, dies hängt mit der inneralpinen Schneearmut und dem eher selten vorhandenen, grasigen Steilgelände aufgrund der geologischen Grundlagen zusammenhängt. Wir haben meist eine schwachschichtreiche, geringmächtige Schneedecke die auf einer alpenrosen- und gesteinsblockreichen Bodenoberfläche liegt. Nicht eine schwachschichtarme, mächtige Schneedecke die auf glatten Grasböden liegt wie es häufig in den nördlichen Kalkalpen der Fall ist.

Am Arlberg oder im Außerfern sind Gleitschneelawinen durch diametral unterschiedliche Ausgangsbedingungen in den meisten Wintern eine riesige Gefahrenquelle: Zum einen durch die hohe Wahrscheinlichkeit einer gerade abgehenden Gleitschneelawine verschüttet zu werden, zum anderen durch den Sturz in die Gleitschneerisse.

Dort kann man in schneereichen Wintern folgendes sehen:

Gleitschneeriss vom Arlberg im letzten schneereichen Winter 2012. Entnommen aus dem Blog des LWD Tirol. Auch heuer kann man wieder ähnliches dort beobachten.

 

Sprengen kann man Gleitschneelawinen nicht, weil man sie nicht auslösen kann. Warum? Siehe in diesem SchneeGestöber!

Bekannte Sellrainer Gleitschneebereiche

 

– Südhänge der Schöntalwände

Vor allem im Bereich der sogenannten „Peters Rinne“

Gleitschneeaktivität im Bereich Peters Rinne, Anstieg zum Westfalenhaus
Gleitschneelawine am Hüttenzustieg zum Westfalenhaus im Winter 2018

– Osthänge des Oberstkogel

Die Gleitschneezone im Sellrain schlechthin! Betrifft auch Skitourengelände und damit u.U. die Tourenplanung: die alte Route in Richtung Schöntalspitze ist davon gefährdet. Heute verwendet man sowieso die neue Route die im Zuge der Skitourenlenkung erstellt wurde und weiter südlich verläuft.

 

 

Frische Gleitschneelawine Ende Jänner an den Osthängen des Oberstkogel
Grasende Gämsen im Bereich einer abgegangen Gleitschneelawine am Oberstkogel

 

– Osthänge unterhalb des Verbindungsgrates Mitterzeigerkopf – Hochalter

Hier sieht man meist auch in schneearmen Wintern zumindest den größeren Riss am folgenden Foto. Die Hänge werden massiv von Westen her eingeweht.

Gleitschneerisse an den Osthängen unterhalb des Grats Hochalter-Mitterzeiger

 

 

– Osthänge Gaiskogel ins Kraspestal

– Osthänge Mutenkogel – Gleirschtal

Man erkennt zwei Gleitschneelawinen und einen Gleitschneeriss am Mutenkogel. Inzwischen wieder überschneit.

 

– Wiesenhänge in Gries

Für’s Tourengehen nicht relevant aber eindrucksvoll wenn man durch das Tal fährt…

In Gries gibt es mehrere Bereiche, an denen Gleitschnee häufig auftritt.

 

Noch interessant

2018 sieht man durch die ausgesprochen mächtige Schneedecke Gleitschneeaktivität in Bereichen, wo es noch nie bzw. seit Jahrzehnten keine mehr gab: Gleitschneeriss im Schöntal oberhalb des Gaisrückens

 

 

Gleitschnee hat auch Ähnlichkeiten zu sogenannten „Hangexplosionen“ im Sommer

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