19.4.2016

Bis 2400m hatte er nordseitig schon einen gewaltigen Stich, drober lag 10cm trockener Pulver (von heute Nacht) auf einem knapp tragfähigen Deckel, unter dem Deckel feuchter, pappiger, 30 – 40cm Neuschnee (von gestern Vormittag). Oberhalb von 2700m war er dann durch und durch trocken und locker, also 50 – 75cm (bzw. wo’s ganz schwach hingeweht hat: bis ein Meter) perfekter Pulver. Beim Aufstieg war es oberhalb 2700m teilweise eine Wühlerei, unterhalb dieser Grenze ging es mit dem 100er Hannibal ganz gut, weil man nicht durch den Deckel gesackt ist.

Vom Fahrgefühl im oberen Bereich das Nonplusultra: Soviel lockerer Schnee unter den Füßen, dass man keinen Untergrund spürt! Das ist definitiv die schönste Art, Ski zu fahren, aber kann nur in steileren Hängen mit breiten Ski genossen werden. Unter ca. 100mm Mittelbreite kann man solchen Schnee nicht „lustbringend“ fahren. Sobald man aber – je nach Körpergewicht, Schneemenge und -dichte – einen Ski unter den Füßen hat, der soviel Auftriebsfläche (die Länge ist fast so wichtig wie die Breite) hat, damit man grad so einsackt, dass man nicht gebremst wird ABER trotzdem bei jeder Belastungsphase einfach nur weiter einsackt, bis wieder die Entlastungsphase des Schwungs kommt, weiß man, wie schön Skifahren sein kann.

In unserer Gegend ist das allerdings durch extrem selten vorkommende, intensive Schneefälle nicht oft erlebbar. Und wenn’s mal mehr schneit, dann ist der Wind bezüglich Gefahrenpotential und Schneequalität fast immer der Spielverderber. Ich hab’s zum letzten mal im Feber 2015 am Winnebacher erlebt. Eigentlich ist das bei uns immer nur ein bis maximal zwei mal pro Saison der Fall: über 50cm Neuschnee ohne Wind…

 

Weil ich grad beim Thema bin: Der perfekte Tourenski für einen gemäßigt-klassischen Fahrstil und noch angenehm möglicher Spitzkehrenausführung in allen Steilhängen, den man bei allen Verhältnissen und Schneearten nutzt, hat +/- Körperlänge, nicht kürzer!!! NICHT kürzer!

Dazu was zum Bindungsmontagepunkt:

Weiter vorne bohren = Ski leichter drehbar, allerdings Schwerpunkt bei zentralem Stand problematisch bezüglich Eintauchen der Schaufel bei viel Pulver, schmale Ski müssen bei Verhältnissen wie heute bei einer nach empfohlenem Montagepunkt oder weiter vorne gebohrten Bindung oft in Rücklage gefahren werden, weil’s sonst die Schaufel frisst. Weiter vorne wurde die Bindung häufig für Anfänger gebohrt, damit sie sich in der Schwungauslösung leichter tun. Bei einigen Urgesteinen ist das noch fix verankert, die Bindung aus Prinzip weiter vorne zu bohren. Für mich absolut überholt, nicht zuletzt durch den Rocker, der in praktisch jedem Tourenski zu finden ist und die leichtere Drehbarkeit übernimmt.

Weiter hinten bohren = im Grunde schwerer drehbar, bei extrem tiefem Pulver aber sehr angenehm, da man sich weniger auf die Gewichtsverlagerung bezüglich Verschwinden der Schaufel konzentrieren muss (also im Endeffekt bei solchen Verhältnissen leichter zu drehen) und einfach mehr genießen kann. Für meine Pulverlatten mittlerweile Standard. Bei schwierigen Schneebedingungen allerdings durch den Verlust von Drehfreudigkeit anspruchsvoller zu fahren.

Empfohlener Montagepunkt schwankt natürlich auch nach Hersteller und Modell.

Und noch was zur Standhöhe: Mittlerweile liest man ja in den Weiten des Internets immer nur „je niedriger, je besser“ – das ist Blödsinn. Je niedriger, desto leichter drehbar und desto exakteres Fahrgefühl. Je höher, desto besser kann man aufkanten und desto mehr Druck bringt man auf die Kante, gut für harten Schnee.

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2 Gedanken zu “19.4.2016

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