19.12.2022 | Mehrere Lawinenauslösungen im Sellrain: Die Zeit für die allermeisten Skitouren ist in dieser Saison noch nicht reif Liebe hoch-ambitionierte Frühwinter-Skitourengeher...

19.12.2022 | Mehrere Lawinenauslösungen im Sellrain: Die Zeit für die allermeisten Skitouren ist in dieser Saison noch nicht reif Liebe hoch-ambitionierte Frühwinter-Skitourengeher...

Lesezeit: 4 min
… überall lauern Steine unterm lockeren Schnee und es ist vor allem in West-, Nord- und Osthängen ganz einfach möglich, Lawinen auszulösen. Und zwar dort wo der Wind lokal nur ein leichtes Brett bilden konnte. Die Lawinen bleiben zwar meist nur klein, aber für eine Verschüttung oder ein gerissenes Kreuzband oder einen gebrochenen Fuß ist es meeeeeeeeehr als genug!
Lawinenauslösung vom 17.12. Lampsenspitze. Symbolbild für die derzeitige Situation: Steine und Lawinen
Vorgestern wurde eine solche Schneebrettlawine auf der Lampsenspitze ausgelöst – direkt angrenzend zur Hauptroute. Ebenfalls vorgestern kam es zu einer Verletzung samt Hubschraubereinsatz am Praxmarer Grieskogel durch einen Sturz. Ob die geringe Schneelage dafür ausschlaggebend war, ist mir leider nicht bekannt – aber es ist wahrscheinlich. Gestern wurden ähnliche Lawinen wie auf der Lampsen auch am Zischgeles und auf der Schöntalspitze ausgelöst.

Lawinenauslösung vom 17.12. Lampsenspitze. Blick von der Verschüttungsstelle zum Auslösebereich. Wenige Meter links davon ist die Aufstiegsroute zur Lampsen.

Wenig Schnee heißt nicht „keine Lawinen“ sondern meist nur „kleine Lawinen“ – diese dafür oft umso leichter auslösbar.
Schneeprofil am Anriss
Lawinenauslösung vom 18.12. Schöntalspitze
Lawinenauslösung vom 18.12. Zischgeles. Foto: Manuel Haselwanter
Bitte denkt nach und lasst euch auch nicht von einer Gefahrenstufe 2 verleiten, exakt die Bereiche aufzusuchen, wo man derzeit am ehesten eine Lawine auslösen kann. So konnte man gestern von der Lampsenspitze aus beobachten, wie eine Gruppe in Richtung Sattelschröfen/Kuhwachter hinaufspurte. Also genau dorthin, wo es momentan am gefährlichsten ist (schattseitig, kammnah, sehr steil). Warum werden teils gezielt die Bereiche aufgesucht, die explizit als „am gefährlichsten“ aus dem Lawinenreport herausgelesen werden können? Ist es tatsächlich so, dass niemand etwas mit den Symbolen für Höhe, Exposition und dem Text im Lawinenreport anfangen kann?
Ein schneearmer Frühwinter ist lawinenmäßig meist sehr problematisch für Skitourengeher, weil man in gewissen Bereichen leicht kleine Lawinen auslösen kann. Also genau solche Lawinen, in denen am meisten Skitourengeher sterben.
Ich sehe mich auch als hoch-ambitionierten Skitourengeher der im Herbst mit dem ersten Schnee beginnt und im Sommer mit dem letzten Schnee aufhört. Aber ich wähle möglichst die Touren, die zur derzeitigen Situation passen. Und das ist im Sellrain derzeit nur die Grieskogelscharte und die Lampsenspitze auf der Hauptroute. Sonst nichts! Touren wie den Zischgeles mache ich dann, wenn die Zeit reif dafür ist. Es gibt Winter, da ist das bereits im November der Fall. Aber auch heuer wieder wird dies noch dauern – vielleicht sogar bis in den März hinein.
In den meisten Wintern sind die „guten“ Skitouren erst anständig machbar, wenn die meisten schon wieder am Rennrad sitzen!
Lampsen, 18.12.
Lampsen, 18.12. – Wenn kleine Markiersteine vom Sommersteig noch herausschauen, ist bezüglich Schneemenge alles gesagt …
Lampsen, 18.12.
Lawine Lampsen, vollständige Ansicht
Vom Auslösebereich nach unten

Innsbruck

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