18.11.2019 | SchneeReport Kühtai-Sellraintal #1 2019/20

18.11.2019 | SchneeReport Kühtai-Sellraintal #1 2019/20

Lesezeit: 8 min

17.11.2019 nachmittags im Sellraintal
Lampsenspitze/Koglalm. 119 cm Schneehöhe an der Messstation

Neuschnee

Seit dem Abend des 12.11. hat es in drei Staffeln bei immer der gleichen Wetterlage geschneit.

Die Neuschneemenge in der Region nimmt von Nordwest (Ochsengarten, Hochötz) nach Südost (Lüsener Berge, südliches Fotschertal) zu.

In den südlichen Sellrainern hat es seitdem über 90 cm (mit zwischenzeitlicher, starker Setzung!) geschneit. Ohne Setzung dürfte es über 120 cm Neuschnee auf den Bergen sein. Im nordwestlichen Eck der Region rund um Kühtai sind es mit Setzung ca. 75 cm geworden.

24h-Niederschlag der letzten Niederschlagsstaffel. Bei allen drei Staffeln vom 12.11. – 17.11. ein ähnliches Bild: Zunahme in Tirol nach Südosten hin.

 

Der Wind war zwischenzeitlich immer wieder stark bis stürmisch. Und zwar vor allem dann, wenn er von Süd kurz gegen Ost gedreht hat. Dadurch wurde der Schnee in der Höhe massiv verfrachtet.

Starke Verfrachtungen am 16.11.2019 im Sellrain. Genau dann, als er von S auf OSO gedreht hat.

Gesamtschneemenge

Für November schon eine ziemliche Wühlerei. 16.11.2019 | Mitterzeigerkopf

Derzeit liegt bei der Station Koglalm/Lampsenspitze etwa 120 cm Schnee, in Kühtai etwa 100 cm. Nach weiterer Setzung werden auf den Bergen in 2000 m etwa  50 – 75 cm an kompakter Schneedecke übrig bleiben. Für diese Jahreszeit beachtlich. Seitdem ich in den Bergen unterwegs bin (ca. zehn Jahre), gab es Mitte November noch nie so eine mächtige, gesetzte Schneedecke.

Frühe Skitouren-Saisonstarts abseits von Pisten durch einen einzelnen, starken Schneefall gab es bereits mehrmals im Oktober oder November. Das war zuletzt 2013, 2014, 2016 und 2017 der Fall. Aber nur äußerst eingeschränkt auf einzelnen Touren mit gutmütigem Untergrund und mit regelmäßigem Steinkontakt. Für heuer schaut das nun deutlich besser aus. Mehr als die Hälfte der Skitouren im Sellrain sollte in einer Woche nach der Setzung des Neuschnees machbar sein.

Gesamtschneehöhe laut Snowgrid am Sonntag, 17.11. – Wir haben eine Wetterlage hinter uns, bei der es auch in den nördlichen Stubaiern verhältnismäßig viel geschneit hat.

Schneequalität

Am Montag, 18.11., gibt es noch ein Wechsel aus feuchtem, schwerem Neuschnee weiter unten & meist windbeeinflusstem Schnee weiter oben. Allgemein ist die Schneedecke aber noch weich. Das heißt, man sinkt dadurch weit ein. Zum Spuren ziemlich anstrengend, zum Abfahren kaum brauchbar. Man muss in der Abfahrt großteils der Aufstiegsspur entlang ohne einen Schwung machen zu können.

Schneequalität: Eher bescheiden durch Wind und Wärme. 16.11.2019 | Mitterzeigerkopf

Altschneeproblem

Die Chancen stehen gut, dass sich nichts wirklich problematisches entwickeln wird. Aber noch ist nichts entschieden. Sollte sich eine wochenlange Schönwetterperiode ohne Niederschläge einstellen, kann sich eine relativ mächtige Schneedecke auch noch in eine ausgeprägte, facettierte Schwachschicht umwandeln.

Fazit

Abwarten & Tee trinken ;-) Den Schnee Setzen lassen.

Nach ein paar Tagen werden wir – im Verhältnis zur Jahreszeit – sehr gute Tourenverhältnisse bekommen. Ich persönlich habe meine Steinski schon wieder verräumt.

Einkehren in der Frühsaison

Wir haben das Restaurant am kommenden Wochenende (23.11. & 24.11.) bereits geöffnet. Täglich ohne Ruhetag geht es dann am Freitag, 29.11. los.

Fotos

14.11.2019 | Triebschnee in der Höhe soweit das Auge reicht. Nach der ersten Niederschlagsstaffel aufgenommen.
16.11.2019 | Nach der zweiten Niederschlagsstaffel. Kleine Gleitschneerutscher in den Mähwiesen auch bei uns überall zu sehen. Eingang ins Kraspestal.
16.11.2019 | Kurze Wetterbesserung zwischen den Niederschlägen ausnützen.
16.11.2019 | Aber noch ist halt Frühwinter. Das geübte Auge lässt sich vom vielen Neuschnee und der tief eingeschnittenen Aufstiegsspur der fleißigen Spurer nicht täuschen und achtet auf die wahren Indizien zur Bestimmung der Schneemenge.
16.11.2019 | Aber auch das weniger Geübte sieht bald, dass noch Frühwinter ist. Jetzt, nach der dritten Niederschlagsstaffel, sollten die Bäche aber fast alle schön zu sein.
16.11.2019 | Hier sieht man auch gut: Für Mitte November viel Schnee. Absolut gesehen noch nicht so viel.
16.11.2019 | Aber für ein paar brauchbare Schwünge hat es schon gereicht.
16.11.2019 | Die Höhe machts aus!
17.11.2019 | Nach der dritten Staffel.
17.11.2019 | St. Sigmund, 1.530 m

 

Ältere Fotos

07.11.2019 | Es gab schon Schnee, aber noch nicht genug fürs Gelände.
07.11.2019
07.11.2019
07.11.2019 | In Kühtai weiß man nicht nur wie man gut und effizient beschneit, sondern auch wie man nett zu Tourengehern ist. Hier wird nie bewusst auf ein Präparierschild auf dem Pistengerät verzichtet. Im Gegenteil. Sogar im Frühsommer wird bewusst für die Tourengeher noch präpariert solange man noch im Skigebiet mit dem Ratrac andere Arbeiten zu erledigen hat.
10.11.2019

10.11.2019 | Zu diesem Zeitpunkt war im Gelände noch nicht wirklich etwas machbar.
Außer man hat die Steinski ihrer Bestimmung übergeben.
So wie hier.
10.11.2019 | Kunstschnee heißt so weil er zu Kunst wird. Ganz von selbst.
Share Button

Schreibe einen Kommentar

*