Venter Skirunde im Schnelldurchlauf Fineilspitze, Guslarspitze, Petersenspitze, Brochkogel

Venter Skirunde im Schnelldurchlauf Fineilspitze, Guslarspitze, Petersenspitze, Brochkogel

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Eineinhalb Tage guter Wetterbericht. Feiertag. Moidl telefoniert sich von Hütte zu Hütte die uns auf die Schnelle einfallen. Fast alle haben schon zu. Schlussendlich bekommen wir noch ein Zimmer auf der Martin-Busch und der Schönen Aussicht.

Wir entschließen uns dadurch, die Venter Skirunde im Schnelldurchlauf zu machen.

Wir starten am 30.04. nachmittags von Vent auf die Martin-Busch-Hütte.

Von Vent auf die Martin-Busch-Hütte gibt es noch eine durchgehende Schneedecke. Und das dürfte mit dem prognostizierten Schneefall bis auf vereinzelt ganz kurz unterbrochene Stücke bis Mitte Mai so bleiben.
An der Moräne unterhalb der Hütte kann man Erosion hautnah  erleben. Die Welt verändert sich viel schneller, als wir glauben. Sogar in einem einzigen Menschenleben.

Auf der Hütte befinden sich nur zwei weitere Zweiergruppen die eigentlich in den Winterraum wollten. Wir sind ganz paff, warum niemand mehr unterwegs ist. Wenn man sich die Geschichten aus den 80ern anhört, als die hochalpinen Hütten immer bis Mitte Mai offen waren und auch gut gebucht waren, da kommt man schon ins Schmunzeln…

Fineilspitze, 3516 m

Am 01.05. ist das Wetter wie versprochen top, die Luftfeuchtigkeit sehr niedrig und die Luft noch relativ kühl. Perfekte Bedingungen für einen perfekten Skitourentag mit etwa 20 cm Neuschnee in den hinteren Ötztalern. Wir gehen auf die Fineilspitze und die benachbarten Fineilköpfe und quartieren uns auf der Bella Vista ein. Übernachtung, Essen, Service dort echt 1A – als Stützpunkt wärmstens empfohlen.

Start in Richtung Fineilspitze
Geländeform bestimmt den Windeinfluss
Similaun

<3
Die besten Webcams der Welt.
Blick von der Ötzi-Fundstelle ins Schnalstal zum Vernagtstausee
Blick zu Brochkogel und Wildspitze
Anstieg Fineilspitze

Blick zum Similaun vom Gipfel aus.
Abstieg in die andere Richtung
In Richtung des Schnalstaler Gletscherskigebietes
Blick durch das Hochjochtal nach Norden
Auf einem der Fineilköpfe

Blick zurück zur Fineilspitze
Abfahrt am Hochjochferner
Tolle Hütte, ausgezeichnetes Essen…

 

Und liebevolle Details auf der Schönen Aussicht

 

Mittlere Guslarspitze, 3126 m +  Petersenspitze, 3471 m + Hinterer Brochkogel, 3635 m

 

Am Morgen des 02.05. starten wir um kurz nach 6 durch das Hochjochtal hinaus. Die Schneedecke ist gefroren und die Ausfahrt durch das extrem flache Tal gestaltet sich problemlos. Vom Talboden der Rofenache tragen wir die Ski etwa 10 Minuten über den aperen Steig auf das Hochjoch-Hospiz. Von dort geht es mit Ski auf die Guslarspitze und bei gutem Pulver hinunter zur Vernagthütte.

Ich bin wieder einmal hin und weg über die 1850er – Moränen im gesamten Gebiet und die hier so gut erkennbaren Trogtäler aus der letzten Eiszeit. Ganz zu schweigen von den ganzen Gletscherschliffen und vielem mehr…

Früher Start bei der Bellavista
Durch das Hochjochtal Richtung Hochjoch-Hospiz in Bildmitte
Nach einer kurzen Tragestrecke nach der Brücke im Talboden können wir die Ski am Hospiz wieder anziehen
Blick zurück durch das Hochjochtal rechts hinein und zu Sennkogel, Saykogel, Hauslabkogel und Fineilspitze
Aufstieg zur Guslarspitze
Vom Gipfel der Guslarspitze zum Hintereisferner und zur Weißkugel
Schnalstaler Gletscherskigebiet
Der Weiterweg über den Vernagtferner.
Blick nach Rofen und Vent. Links die Wildspitze. Dort kommen wir am Nachmittag raus.
Guslarspitze
Bei der Vernagthütte. Abfahrt von der Guslarspitze hinten.

Von der Vernagthütte geht es über den flachen Vernagtferner auf das Taschach-Hochjoch und die Petersenspitze. Diese ist in den 1950ern auf 3484 m vermessen worden. Meine sehr zuverlässige und mit den Höhenangaben der Alpenvereinskarten immer übereinstimmende GPS-Uhr zeugt heute nur mehr 3471 m an.

Bemerkenswert: Oberhalb der Vernagthütte auf genau 2800 m haben uns Murmelen ausgepfiffen. 400 Höhenmeter oberhalb der derzeitigen Schneegrenze! Diese Familie hat sich ein besonders harte Heimat ausgesucht.

Interessant: Man erkennt über den Namen „Vernagt“ den primären Einfluss dieses hochalpinen Gebietes aus Südtirol – Vernagt heißt nämlich das Dörflein im Schnalstal.

Lesenswert: Der Rofener Eissee aufgestaut durch den Vernagtferner und seine todbringenden Überschwemmungen im Ötztal.

Sehenswert: Gletschervergleich Vernagtferner 2000 – 2018

 

Über den flachen Vernagtferner geht es weiter.
Wie hoch steht der Windmesser auf einer normalen Wetterstation? 5 Meter?
Auf die Petersenspitze.
Von der Petersenspitze zu Wildspitze und Brochkogel
Juli 2016
Früher. Wie gesagt: Die Welt verändert sich schnell.
Detail Brochkogel Gipfel Sommer 2016
Und heute. Die Eis-Nordwände in den Ostalpen sind langsam aber sicher Geschichte.

Von der Petersenspitze gehen wir in einem Bogen Richtung Mitterkarjoch und von dort über den netten Grat auf den Brochkogel. Inzwischen weht unangenehmer Westwind und die Berge weiter westlich und südlich liegen bereits oberhalb der Wolkenuntergrenze. Der Wetterbericht hat wie so oft perfekt gepasst. Ein Hoch auf unsere Meteorologen und ihre Fähigkeit ein derart komplexes Medium derart gut einzuschätzen!

Leider konnten wir den top Pulver am Taschachferner nur im Aufstieg anspuren.
Am Brochkogel, Blick zur Wildspitze.
Über den Taschachferner nach Nordosten.
So viele weniger bekannte…
… und bekannte Berge
Die schönsten nordöstlich in der Ferne ;-)

Weiter kommen wir über das Mitterkarjoch in Richtung Breslauer Hütte – leider wie erwartet im Bruchharsch.

Zum Schluss erwischen wir bremsenden Sulz und viel guten Pistenfirn bis nach Vent ins Dorf. Die Piste südseitig ist noch nirgends unterbrochen und wird wohl noch bis Mitte Mai (mit wenigen unterbrochenen Stellen) eine lohnende Abfahrt garantieren.

Abstieg über das Mitterkarjoch.
Vorbei an der Breslauer
Blick zurück in das Rofental das sich hinten Richtung Hochjoch und Hintereisferner teilt. Da haben wir eine lässige Runde hinter uns.
Abfahrt bis ganz runter nach Vent.
Toller Pistenfirn.
Ende

Es ist immer wieder schön, in einem richtigen Hochgebirge unterwegs zu sein. Denn ein Hochgebirge ist für mich nur ein Ort, wo über den ganzen Sommer Schnee liegt. Und das trifft in Österreich nur mehr auf die höchsten Berge der Ötztaler und Tauern zu.

 

 

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4 Gedanken zu “Venter Skirunde im Schnelldurchlauf Fineilspitze, Guslarspitze, Petersenspitze, Brochkogel

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