26.07.2019 | Hochsommer

26.07.2019 | Hochsommer

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… ist die Zeit wenn es bis zu den höchsten Spitzen ergrünt und die dunklen Gneisberge der Stubaier Alpen bis ganz nach oben mit grünen Flecken übersät sind. Sie beschränkt sich auf drei bis maximal fünf Wochen von Mitte Juli bis Mitte August. Die Vegetationsperiode im Gipfelbereich dauert eben nur ein gutes Monat lang.

Val Glarea. Hund und…
… Rind erfreut sich der warmen Zeit.
Aber eine Abkühlung schadet nie. Gewaltig, wie viele Schneefelder noch herumliegen.
Auch die Gletscher sind im Verhältnis zu den vorigen Jahren gut mit Schnee bedeckt, noch. Val Crespa
Trotzdem zeigt der Vergleich mit 2009 ein erschreckendes Bild. Nochmal zehn Jahre und er ist wohl verschwunden.
Der Lieblings-Eissee im Sellrain.


Vielleicht führt die Klima-Veränderung in den Alpen zu ähnlichen Verhältnissen wie in der kalifornischen Sierra Nevada? Das heißt, kühle und schneereiche Winter mit einer extrem langen Skitourensaison aber heiße und trockene Sommer. Dann gibt es zwar keine Gletscher mehr – obwohl mehr Schnee fällt – weil die Sommer zu heiß und trocken sind und damit der ganze Schnee wieder abschmilzt. Dafür sind die Bedingungen zum Sporteln im Winter- wie Sommermodus viel besser. Im Winter viel Schnee und dadurch eine gute und lange Saison, im Sommer fast nur schönes und stabiles Wetter. Wenn unsere Ostalpengletscher erhalten bleiben sollten, dann müsste es im Sommer fast immer kühl sein, regnen und regelmäßig herunterschneien mit nur sehr kurzen Zeitfenstern stabilen Wetters. Da ist es uns allen doch so wie in der Sierra Nevada viel lieber? Sofern wir halt auf die wunderschöne, grüne Landschaft verzichten können. Denn die braucht den vielen Niederschlag im Sommer um so schön grün zu bleiben. Sonst wird es auch so karg wie in Kalifornien oder in den Seealpen. Aber die Gletscher sind ja fast schon weg – siehe Lüsener Ferner auf diesem Bild. Ein minimales Eck Eis schaut noch über die Kante drüber, das ist in ein, zwei Jahren verschwunden. Weicht als nächstes unser sommerlich-grünes Landschaftsbild kargen und braunen Böden wo das einzige Grün nur mehr die Wälder darstellen? Viele Hitze- und Dürresommer hintereinander wie 2018 oder 2017 könnten das in diese Richtung lenken.
1930er
Zur Zeit ist es aber noch schön grün. In den Amphiboliten des Sellrain wird es am grünsten. Preisfrage: Wo gibt es Amphibolite? Genau! Dort wo die meisten Edelweiß wachsen. Canalis Petri @ Val Longus
Vielleicht schaut’s in 150 Jahren so aus?

Das Toteisfeld „Längentalferner“ mit den wunderschönen Seiten- und Endmoränen von 1850
Tatzenferner
Lang dauerts nimma.

Der massive Nordsturm vom Jänner offenbart jetzt durch die Ausaperung wieder, dass in den steilen Nordwänden viel weniger Schnee lag. Trotz schneereichem Mai.

Brutal.

 

Die Zungen apern derzeit massiv aus.

Mit Sicherheit einer der schönsten Wasserfälle Tirols. Aber leider so versteckt.
Man erkennt den Unterschied zwischen Amphibolit und Granitgneis sehr gut. Durch diese beiden Gesteine und die Bildung von steilen Wänden gibt es in diesem Talschluss so viele Wasserfälle.

Aber immer nur die Landschaft und die Gletscher zu bewundern, bringt auch nix. Bewundern wir die Dinge, die der Mensch macht.
Aria bewundert den Sellraintaler Dreischluchtendamm.

Was die Natur fabriziert ist trotzdem viel interessanter!
Wie z.B. die Mittelgebirgsterrassen.

Oder die von Gletschern, Blockgletschern und Menschen gebildete Seenlandschaft rund um die Kuhalm.
Und das Fjord der Stubaier Alpen.

Aria steht auf den Raibler Schichten und blickt auf Teile des Brenner Mesozoikums.
Jetzt wechselt sie auf den kristallinen Untergrund des Mesozoikums.

Freuen wir uns, noch ein paar Jahre Killerkühe samt deren Kälber zu sehen. Das Sterben der Berglandwirtschaft ist ein schleichender Prozess der über Jahrzehnte bis Jahrhunderte stattfindet und nicht in drei, vier Jahren durchläuft. Das ist nicht aufzuhalten. Die Ursache: Kein einzelner Bär und kein einzelner Wolf, es sind vielschichtige Gründe die durch die zunehmende Degenerierung und Naturentfremdung des Menschen in der Zivilisation entstehen. Aber Ritter gibt es heute ja auch keine mehr und keiner trauert ihnen mehr nach. Trotzdem fragt man sich: Wie kann man einen so dicht besiedelten und genutzten Raum wie die Alpen mit den Rocky Mountains verwechseln? Dort gibt es fast keine Menschen auf riesigen Flächen, keine Almwirtschaft, keine Landwirtschaft und fast keine alpine Infrastruktur. Dort ist der Mensch noch eingebettet in der Wildnis und es gibt unendlich viel Platz. Im Gegensatz zu den Alpen wo sich sogar die Menschen aufgrund der extremen Dichte und dem dadurch verursachten Stress nicht mehr gegenseitig ausstehen können. Wo sollen da noch zusätzliche Interessen von großen Beutegreifern Platz haben?


<3
Wieder mal müde von soviel Gelaber.

Bleiben wir besser beim Skifahren :-)
22.07.2019
22.07.2019

22.07.2019
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