4.8.2016, Berglasspitze, 3125m

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Von der Oberiss über die Franz Senn Hütte zum Rinnensee, weiter weglos auf mühsamen Block- und Schottergelände bis in die Rinne, die als Einstieg in den Nordostgrat zur Berglasspitze laut AV Führer dient. Ob ich dann die richtige erwischt habe, weiß ich nicht – von unten war es meiner Einschätzung nach definitiv die kürzeste und einfachste Variante, um auf den Grat zu kommen. Jedenfalls bin ich in einer plattigen Verschneidung gelandet, wo ich mit meinen seilfreien Kletterkünsten und den Zustiegsschuhen grenzwertig unterwegs war. Hab teils sehr lange nach Griffen suchen müssen und mit den Füßen war ich fast nur auf Reibung unterwegs. Auch der Grat war danach nicht besser: Verdammt ausgesetzt, dauernd lose Böcke verursacht durch frische Abbrüche und teils auch nicht einfach. Die Beschreibung im AV-Führer stimmt meiner Einschätzung nach in keiner Weise. Ich war verdammt froh um den letzten Abschnitt bis zum Gipfel – der technisch endlich lockerer, dafür teilweise immer noch recht luftig war.

Vom kleinen Kreuzl bin ich über den Südwestgrat Richtung Berglasübergang abgestiegen: Man kann meistens auf der Lüsener Seite im Bruchhaufen, dafür Gehgelände unterwegs sein. An ein paar Stellen sind Klebehaken für Mini-Abseiler über große Blöcke angebracht. Die Blöcke haben aber allesamt eine schöne Kanten, an denen man sich abstützen und die Füße langsam nach unten lassen kann, bis man einen Tritt erreicht. Man kommt bei ca. der Hälfte des Südwestgrats zu einem auffallenden Farbwechsel im Gestein. Dort waren mehrere Köpflschlingen zum Abseilen Richtung Ferner eingerichtet. Geht man auf dem Grat in „neuer“ Farbe weiter, wird’s nochmal sehr ausgesetzt und schwieriger zu kraxeln. Nach diesem Abschnitt war ich dann endlich vor einer 20m langen Schuttrinne, die mich auf den Lüsener Ferner gebracht hat. Bin weiter über den Ferner zum Rinnennieder und von dort über den markierten Steig zurück.

Ein lässiger Gipfel, aber im Sommer muss ich da nicht mehr rauf.

Alpeiner Ferner
Alpeiner Ferner
Rinnensee
Rinnensee
Berglasspitze. Bin beim Pfeil rauf, das Kreuz ist der 3022er Turm
Berglasspitze. Bin beim Pfeil rauf, bis zum Pfeilbeginn zieht eine Schuttrinne rauf (verdeckt), das Kreuz ist der 3022er Punkt
endlich wieder angenehm, drunter war's
endlich wieder angenehm, drunter war’s richtig zahnig
Fernerkogel
Fernerkogel
Gratverlauf, hinten Rinnenspitze
Gratverlauf, hinten Rinnenspitze

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noch ein Stück nicht ganz einfach
noch ein Stück nicht ganz einfach
Am Ende nicht mehr schwer
Am Ende nicht mehr schwer, dafür noch oft luftig

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Hinterbergl, Hinterer Brunnenkogel
Hinterbergl, Hinterer Brunnenkogel
Blick zum Fernerkogel
Blick zum Fernerkogel
Richtung Lüsens
Richtung Lüsens
Praxmar, Lüsens
Praxmar, Lüsens

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Kräulferner reißt auch bald auseinander
Kräulferner reißt bald auseinander
Berglasferner
Berglasferner
hinteres Oberbergtal
hinteres Oberbergtal
Blcik zurück zum Nordostgrat
Blick zurück zum Nordostgrat
weiter über den Südwestgrat
weiter über den Südwestgrat
Berglasübergang
Berglasübergang
Schrandele, Schrankogel
Schrandele, Schrankogel
am Südwestgrat einige Klebehaken
am Südwestgrat einige Klebe- und Abseilhaken
fast alles brüchiges Gehgelände
fast alles brüchiges Gehgelände
meine Abstiegsrinne auf den Ferner
meine Abstiegsrinne auf den Ferner
am Ferner
am Ferner

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am Rinnennieder
am Rinnennieder
man erkennt das Gletschermaximum des 19. Jahrhunderts perfekt an der Farbe durch den Flechtenbewuchs
man erkennt das Gletschermaximum des 19. Jahrhunderts perfekt an der Farbe durch den Flechtenbewuchs
1920er
1920er
heute
heute
animiert
animiert
unterm Spitzl reißt das Eis auch bald auseinander
unterm Spitzl reißt das Eis auch irgendwann auseinander

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vom Rinnenieder zum Rinnensee
vom Rinnenieder zum Rinnensee

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Franz Senn Hotel
Franz Senn Hotel
Die beste Möglichkeit als Auswertiger einen umfassenden Überblick zu erhalten
Für mich die beste Möglichkeit Auswertigen einen umfassenden Überblick zu geben
Burgstall: Carbonatisch sitzt auf Silikatisch
haben wir gestern am Nordgrat besprochen: Burgstall: Carbonatisch sitzt auf Silikatisch, erkennbar an der Gesteinsfarbe
ein sogenannter Facknbichl
ein sogenannter „Facknbichl“
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