20.10.2014, Hohe Villerspitze, 3092m + Schafgrübler, 2921m + Horntalspitze, 2863m + Neunerkogel, 2642m

Lesezeit: 8 min

Jetzt hab ich den Sommer doch noch mit einer lässigen Tour (vermeintlich) abgeschlossen: Von Lisens ging’s ins Horntal und auf das Horntalerjoch, von dort weiter ostseitig unterhalb vom Grat bis zum Steigbeginn auf der grasigen Ostseite der in der AV-Karte eingezeichnet ist. Genau bei der ersten Stelle, von der man sich schon von weitem Gedanken macht, wie man dort drüber kommen könnte, ist die gelbrote Markierung aufgemalt und man wechselt auf einen Steig auf der Westseite wo man immer dem einfachsten Weg mit ein paar Steinmandln folgt. Nach ein paar Minuten war ich wieder am Grat zurück, man wechselt ganz kurz wieder auf die Ostseite und man kommt an einer Gedenktafel vorbei.

Dann stand ich schon am Beginn des sogenannten Schiefen Ganges – der „nur“ ein (Geh-)Steig mit zwei Kraxlstellen zwischendrinnen ist. Den hat man ebenfalls schnell hinter sich gebracht und man steht am Beginn der Rinne die auf den Schlussgrat mündet – dort gibts eine Stelle wo man sich einmal ein bisschen verrenken muss, sonst kommt man auch problemlos voran. Oben teilt sich die Rinne und ich hab mich fast verleiten lassen, die rechte zu wählen, bin aber dann doch die wesentlich einfachere linke Rinne hinauf. Im aktuellen AV-Führer ist der Weg auf einem Foto über die rechte Rinne eingezeichnet, in der Beschreibung steht aber, man soll die linke verwenden – das hat mich irrtiert. Das letzte Stück am Grat war dann wieder kein Problem bevor ich beim schönen Kreuz war.

Gestern waren immerhin sieben Leute oben. Das Gipfelbuch hab ich besonders gut eingepackt, weil ich vermutlich der letzte für heuer sein werde. Ich bin wieder genau gleich zurück zum Horntalerjoch, weiter auf den Schafgrübler und auf den Horntalspitz. Über die (durchaus interessanten Blockgletscher-) Geröllhalden bin ich zurück ins Horntal und wieder zum Auto.

Eigentlich hab ich ja kein Tourenportal, aber da im Internet wieder alle möglichen Extrembeschreibungen kursieren (Bewertungen bis zu III+) – mein Eindruck dazu: Die Wegfindung ist problemlos – man muss nur den Weg des geringsten Widerstandes wählen, den Rest erledigen Steinmandln und die Markierung. Der Schiefe Gang ist, außer dem einen Aufschwung (II-) nur ein, mit unsympathischem Schotter belagerter, Steig  – also Gehgelände (mit „Händesicherung“ zu gehen, nicht zu klettern) – rutscht man hier allerdings weg, findet man sich unten im Horntal 300hm tiefer wieder – es fällt darunter extrem steil ab. Die Rinne ist auch immer irgendwo zwischen I und II – leider aber ebenfalls mit viel rutschigem Schotter belagert. Der Schlussanstieg ist bei trockenen Verhältnissen sicher der einfachste Teil, hier geht es allerdings noch sehr viel weiter über steile Wände zum Fotscher Ferner hinunter.

Ab Beginn des Schiefen Ganges und in der Rinne gibt es bis zum Ausstieg am Grat immer Bohrhacken und ein paar alte Eisentrümmer verschiedener Formen – sowie zwei Sauschwänze, am Gipfelgrat hab ich nur einen uralten Hacken entdeckt.

Seeblaskogel
Seeblaskogel
unterhalb vom Fernerkogel
unterhalb vom Fernerkogel
am Steig auf der Ostseite, Blick zur Villerspitze
am Steig auf der Ostseite, Blick zur Villerspitze
12 Stück Steinwild waren im Bereich des Schiefen Ganges
12 Stück Steinwild waren im Bereich des Schiefen Ganges

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...und haben sich wegen mir ein anderes Platzl gesucht
…und haben sich wegen mir ein anderes Platzl gesucht
Beginn der Rinne
Beginn der Rinne
Rinne mündet auf Schiefen Gang
Rinne mündet auf Schiefen Gang
teilt sich, in der Mitte ist der Turm
teilt sich, in der Mitte ist der Turm

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in der Rinne
in der Rinne

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Lisener Ferner
Lisener Ferner
Alpeiner Ferner
Alpeiner Ferner

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Fotscher Ferner
Fotscher Ferner
Fotschertal
Fotschertal

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anklicken zum Vergrößern
anklicken zum Vergrößern

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Freiger
Freiger
Schafgrübler - Horntalspitze - Blechner
Schafgrübler – Horntalspitze – Blechner – Kreuzkamp – Rinnenspitze

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kennsch
kennsch

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Breiter Grieskogel - Winnebacher - Gleirscher Fernerkogel
Breiter Grieskogel – Winnebacher – Gleirscher Fernerkogel

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Sommerwände, Seespitzen, Ruderhofspitz
Sommerwände, Seespitzen, Ruderhofspitz
Rinne vom Grat
Rinne vom Grat aus
hier mündet sie auf den Grat
hier rechts mündet sie auf den Grat
der Schlussanstieg
der Schlussanstieg
der gesamte Schiefe Gang
der gesamte Schiefe Gang

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Blick zurück
Blick zurück
Schafgrübler
Schafgrübler
Weiterweg zur Horntalspitze
Weiterweg zur Horntalspitze

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Hohe Villerspitze und Schafgrübler vom Horntalspitz
Hohe Villerspitze und Schafgrübler vom Horntalspitz
Blick ins Kleine Horntal
Blick ins Kleine Horntal

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wieder im Großen Horntal
wieder im Großen Horntal

IMG_1770 IMG_1772Ein Übersichtsfoto in hoher Auflösung: strichliert ist immer verdeckt.

Anfangs in Rot vom Hornalerjoch kommend ostseitig leicht kraxelnd bis zum Steig in Grün. Weiter in Rot über die Westseite bis zum Schiefen Gang in Blau. Im Kreis die eine Stelle im Schiefen Gang wo man kurz klettert. In Violett die Rinne, wobei man bei der Gabelung links weitergehen sollte (oranger Pfeil) und in Gelb der Schlussanstieg.

 


Am späten Nachmittag bin ich noch mit dem Radl auf die Staumauer und auf den Neunerkogel um ein neues Buch hinaufzubringen. Es hat mich fast davongeblasen oben. Bei der Tour am Vormittag  bin ich noch bei Windstille mit dem verschwitzten Leibele auf den Gipfeln gehockt.

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7 Gedanken zu “20.10.2014, Hohe Villerspitze, 3092m + Schafgrübler, 2921m + Horntalspitze, 2863m + Neunerkogel, 2642m

  1. Servus Lukas,

    danke für die gute Beschreibung (hat uns sehr geholfen) und die Relativierung der teils übertrieben angegebenen Schwierigkeiten. Ich stimme dir in deinen Aussagen voll und ganz zu. Eine wunderbare Tour!

    Viele Grüße

    Rebecca

  2. Mir sein letzts Jahr oben die rechte Rinne auffigstiegen. Geht a ganz guat, bissi steiler und enger wie die linke, aber ebenfalls tipitopi ;-)

  3. Immer wieder schian :-D Also wo i oben war auf da Villerspitze bin i die Südseite rauf Edelweiss brocken :-D und den Normalweg rherunter…der is damals aber mehr rechts (im Aufstiegssinn) verlaufen…
    lg Holger

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