7.4.2014, Samerschlag, 2831m, Zwieselbacher Weißkogel, 3003m, Breiter Grieskogel, 3287m

Die letzte Woche war sehr regenerativ – das hab ich vom Gewicht her auch gebraucht. Zwar ist man mit ein paar Kilo weniger um einiges schneller, aber Ausdauer und vor allem das Schmalz zum Skifahren im schwierigem Schnee fehlt. Zum Glück werde ich daheim bestens gefüttert (qualitativ wie quantitativ), aber in der sportlich intensivsten Zeit im Frühjahr geht oben kaum soviel rein wie durch die Atemluft wieder raus. Wenn ich mir die Menge an Essen selber zahlen müsste, die man bei den weiten Frühjahrstouren braucht, könnte ich mir das Tourengehen nicht leisten, haha :-)

Den Breiten Grieskogel wollte ich schon lange einmal von und bis Haustür machen. Deswegen ging’s um zwanzig vor Fünf von daheim mit der Stirnlampe bis zur Materialseilbahn von der Pforzheimer. Schon 5 Minuten tragen und zweimal Skiausziehen bis zur Gleirschalm. Von dort war dann hell genug und auf tragfähigem, „weichem“ Harsch (super zu gehen!) auf die Breite Scharte. Kurz nach Sieben war ich am Samerschlag – schön bei der Lichtstimmung. Die Abfahrt ins Zwieselbachtal wäre am griffigen Harsch mit dem Graupelzucker drauf richtig schön gewesen, nur die Masse an alten Spuren war lästig.

Unten im Zwieselbachtal aufgefellt und weiter Richtung Zwieselbacher Weißkogel, einer der am wenigsten bekannten Berge bei uns. Hab mir 2012 vom Gleirscher Lüsener Fernerkogel die Gipfelflanke angeschaut und die sollte fahrbar sein. Wies dort heuer mit dem Schnee ist, hab ich nicht gewusst (man sieht sie wirklich nur vom Gleirscher Lüsener Fernerkogel gut ein, vom Winnebacher nicht und vom Zwieselbachtal auch nicht!), drum hab ich die Eisen mitgenommen. Und wenns ganz schlecht ausschauen sollte, muss ich halt gleich auf den Breiten Grieskogel. Auf den Resten des Zwieselbachferners bin ich bis zum Fuße der Gipfelflanke (Nordost), die Hälfte hab ich noch mit Spitzkehren gemacht und danach ging’s stapfend in – ich habs selber kaum glauben können – gesetzten, trockenen Pulver auf den Gipfel. Laut AV Karte ist der Gipfel des Zwieselbacher Weißkogel ein Kopf direkt neben dem Zwieselbachjoch am eher unbedeutenden Grat. Ich behaupte einfach einmal, der 3003m Punkt (höchster), wo ich oben war, ist der Hauptgipfel. Vielleicht wüsste da jemand aus Niederthai oder Gries im Sulztal mehr?

Unten im Zwieselbachtal wieder aufgefellt und aufs Zwieselbachjoch. Hätte noch eine ganz kurze Rinne auf den angesprochenen Kopf gesehen , aber das hätte wieder eine Dreiviertelstunde gekostet und ich wollte nicht zu spät durchs Gleirsch hinausfahren. Am Nachmittag brennt die Sonne auf die Nordwestseiten oberhalb der Enge und da ist noch einiges oben, das kommen könnte.

Vom Zwieselbachjoch war der Schnee bis zum Breiten Grieskogel immer wechselnd zwischen feuchtem und trockenem Pulver (extrem verspurt halt) und dementsprechend hats ganz schön gestollt.

Bin wieder hinunter ins Zwieselbachtal – dort mittlerweile schmieriger Zucker auf Harsch. Wieder aufgefellt und in bestem Zischfirn hinauf aufs Gleirschjöchl. Zwar wäre es feiner, wieder auf die Breite Scharte zu gehen, aber am Osthang hinunter bis zur Pforzheimer brennt die Sonne von 7 weg hinein und so dick war der Harschdeckel dort in der Früh leider nicht. Vom Gleirschjöchl kommt man dafür nordostseitig hinunter. Dort war schlussendlich auch eingeweichter Pulver auf kompaktem Untergrund während man von der Breiten Scharte meiner Einschätzung nach versumpft (schlimmstenfalls: verlehnt) wäre.

Am Weg hinaus ist es bis zur Gleirschalm gut gelaufen, danach ging’s nur mehr halbwegs. Bin um viertl nach 2, mit einer Mannerschnitte und zweieinhalb Litern bestem St.Sigmunder Quellwasser weniger im Rucksack und ebengradaus 3330hm (sind ein paar mehr geworden als veranschlagt) sowie ein paar Kilometern mehr in den Füßen daheim angekommen.

War das ein lässiges Tagl! :-)

 

Vordere Sonnenwand, Zwieselbacger Grieskogel, Samerschlag am Morgen
Vordere Sonnenwand, Zwieselbacher Grieskogel, Samerschlag am Morgen
auf die Breite Scharte
auf die Breite Scharte
Hohe Wasserfalle, Hochreichscharte, Hochreichkopf, Hochbrunnach, Wechnerkogel, Acherkogel
Hohe Wasserfalle, Hochreichscharte, Hochreichkopf, Hochbrunnach, Längentaler Turm, Wechnerkogel, Acherkogel
Karwendel. Klick zum Vergrößern...
Karwendel. Klick zum Vergrößern…
Samerschlag
Samerschlag

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links beleuchtet "mein" Zwieselbacher Weißkogel, rechts beleuchtet der laut AV Karte
links beleuchtet „mein“ Zwieselbacher Weißkogel, rechts beleuchtet der laut AV Karte

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auf den Weißkogel hinauf
auf den Weißkogel hinauf
Zwieselbachtal
Zwieselbachtal
om Weißkogel zum Breiten Grieskogel
vom Weißkogel zum Breiten Grieskogel

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Winnebachseehütte
Winnebachseehütte
kennsch e
kennsch e
Blick zum Winnebacher
Blick zum Winnebacher mitte und Gleirscher Lüsener Fernerkogel links.
Rundum. Klick
Rundum. Klick
Pulver Heil
Pulver Heil

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vorher
vorher
nachher
nachher
Vom Gleirscher Lüsener Fernerkogel aus. vom Mai 2012
Vom Gleirscher Lüsener Fernerkogel aus. vom Mai 2012
weiter aufs Zwieselbachjoch, Zucker auf Harsch
weiter aufs Zwieselbachjoch, Zucker auf Harsch
Zwieselbachjoch
Zwieselbachjoch
die Einschlüsse fangen am Winnebacher an und ziehen sich bis zum Strahlkogel - dort, wie seine Name ja sagt, sind sie sehr stark ausgeprägt.
die Einschlüsse fangen am Winnebacher an und ziehen sich bis zum Strahlkogel – dort, wie seine Name ja sagt, sind sie sehr stark ausgeprägt.

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vom Breiten Grieskogel: Gleirscher Lüsener Fernerkogel, Vordere + Hintere Grubenwand, Winnebacher
vom Breiten Grieskogel: Gleirscher Lüsener Fernerkogel, Vordere + Hintere Grubenwand, Winnebacher

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Strahlkogel
Strahlkogel

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kennsch e
kennsch e
wieder am Zwieselbachjoch.
wieder am Zwieselbachjoch.
Hänge ober der Gubener
Hänge ober der Gubener
Blick zurück ins Zwieselbachtal
Blick zurück ins Zwieselbachtal
Gleirschjöchl in Sicht
Gleirschjöchl in Sicht
vom Gleirschjöchl zum Breiten Grieskogel. Links der Larstigspitze
vom Gleirschjöchl zum Breiten Grieskogel. Links der Larstigspitze
Gleirsch
Gleirsch
Blick zur Pforzheimer
Blick zur Pforzheimer
Haidenkogel (ja, Kogel!) ginge noch super mit Ski.
Haidenkogel (ja, Kogel!) ginge noch super mit Ski.
in der Enge
in der Enge
Brutal
Brutal

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Hab leider wieder den Neigungsmesser zu Hause liegen gelassen. Die Flanke hat immer um die 40° geschwankt, ein paar unbedeutende Meter so um die 45°. Ja, ich weiß, geschätzt gilt eigentlich nicht.

 

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Interessante Links:

– Eigenschaften der verwendeten Hölzer im Skibau

Wers nicht weiß: In den meisten Tourenski wird heute das Holz vom Paulownia Baum verwendet.

– Erkennungshilfe für Schneekristallformen

– Gletscherbericht Alpenverein 2013

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11 Gedanken zu “7.4.2014, Samerschlag, 2831m, Zwieselbacher Weißkogel, 3003m, Breiter Grieskogel, 3287m

  1. Toller Bericht von einer traumhaften, gewaltigen Tour Lukas.
    Etwas mühsam die schönen hellen Fotos auf schwarzem Hintergrund anzusehen. Zumindest für mich alten Mann mit Winterfenster :-)
    Schi Heil
    Rainer

  2. servus Lukas, bin vor 5 tag von lisens übers westfalenhaus winnebachjoch auf grieskogl,beim retour gehn no auf winnebacher nit soviel hm wie du aber es war a super tour mit guten verhältnissen gr toni

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