Grundwissen

  • Untergruppierung der Stubaier Alpen, mit etwa 450km² machen sie ca. 1/3 der Fläche der Stubaier aus
  • metamorphes Gestein: großteils Gneise, teils Glimmerschiefer, wenig Granitgneis im hinteren Lüsenstal, selten Granodiorit (Acherkogel). Dadurch perfekte Geländeformen zum Skitourengehen aber kaum lohnende Kletterfahrten (Gestein zu brüchig, kaum Bildung von strukturierten Felswänden im Gegensatz zu Granit- oder  wie im hinteren Zillertal oder im Karwendel)
  • höchster Gipfel: Hinterer Brunnenkogel, 3325m
  • Gipfelhöhen durchschnittlich um 2800m
  • bekannteste Gipfel: Lüsener Fernerkogel, Zischgeles, Lampsenspitze, Acherkogel, Sulzkogel, Rietzer Grieskogel, Zwieselbacher Rosskogel.
  • das Haupttal der Sellrainer Berge verläuft in West-Ost-Richtung und teilt sich in das Nedertal von Ötz bis zum Pass Kühtai und das Sellraintal von Kühtai ins Inntal bei Kematen.
  • Kulturell gliedert sich das Sellraintal im Raum Innsbruck ein – dem Tiroler Zentralraum, das Nedertal hängt kulturell am Ötztal und ist damit ein Teil des Tiroler Oberlandes. Kühtai ist ein Ort des „interkulturellen“ Austauschs und die Sprachgrenze zwischen z.B. Gamezn – Gamsn (Gämsen), Karle – Kar (Gebirgskessel), hou? –  gä? (ne?), ket – kob (hatte). Der Einfluss und die Besitzverhältnisse auf und in Kühtai sind aber fast vollständig auf die Westseite verschoben.
  • Durch die Lage nördlich des Hauptkammes aber nicht am Alpenrand gibt es in den Sellrainer Bergen wesentlich weniger Schneefall als in den Nordstaulagen aber vor allem in den südlichen Sellrainer Bergen auch Schnee bei Südlagen.
  • In den Sellrainer Bergen liegen die 3000er mit der kürzesten Anfahrtszeit von Innsbruck oder München
  • Kühtai ist mit 2020m der höchste, ganzjährig befahrbare Pass Österreichs. Zusätzlich gibt es dort ein Skigebiet mit einer perfekt ausgerüsteten und professionell betreuten Kunstschneeanlage
  • von etwa 130 Gipfeln (je nach Definition) ist nur einer nicht sinnvoll mit Ski befahrbar

Das Gebiet eignet sich ideal zum Skitourengehen aufgrund

  1. der Schneesicherheit (Höhenlage, Skigebiet, per Auto erreichbare Höhe, geografische Lage)
  2. der Geländeform von hügelig bis alpin (nicht hochalpin!) für alle Könnerstufen
  3. der Frequentierung auf der einen Seite (pistig ausgefahrene Standardtouren bringen Vorteile bei wenig Schnee und hoher Lawinengefahr) und den menschenleeren Ecken auf der anderen.
  4. der Zurückdrängung des Waldes: natürliche Waldgrenze von 2000m wurde im großteils auf 1600 bis 1800m herabgesetzt. Dadurch offenes Skigelände.
  5. der Vielfalt: 10 (!) Seitentäler mit zig Skitourenmöglichkeiten auf nur gesamt 25km Länge der Haupttäler
  6. Touren, die über die gesamte Tour in der gleichen Exposition verlaufen. Gipfelhöhen von 2400m bis 3300m. Dadurch perfekte Möglichkeit zur verhältnisorientierten Tourenplanung (Schwachschichtbereiche meiden, schneegefüllte Bereiche ausnutzen, Pulver oder Firn suchen)
Sellrainer Berge in den Stubaier Alpen
die vier Untergruppierungen

Rot = Hügelberge, Geländeformen wie in den Kitzbühler Alpen oder im Alpenvorland

Gelb = Nördliche Sellrainer Kette, unbekannt

Blau = Zentrale Sellrainer mit dem Hauptkamm und nennenswerter Vergletscherung. Der Hauptkamm verläuft vom Lüsener Fernerkogel über die Brunnenkögel bis zum Wilden Hinterbergl (grüne Bergsymbole)

Violett = Kühtaier Berge

 

gesamte Sellrainer Berge mit den 10 eigenen Seitentälern und den drei nach Norden ins Inntal abfallenden Seitentälern

Beschriftung mit Merkhilfen:

1 = Senderstal (das unbekannteste)

2 = Fotschertal (Tal der Almen)

3 = Lüsenstal mit Verlängerung Längental (das bekannteste)

4 = Gleirschtal (der lange Talhatscher)

5 = Kraspestal (sprich: Kroschpess)

6 = Finstertal (mit Stausee vom Pumpspeicherkraftwerk Kühtai-Silz)

7 = Längental (zukünftig mit Stausee vom Pumpspeicherkraftwerk Kühtai-Silz)

8 = Mittertal (das landschaftlich schönste)

9 = Wörgetal (mit jahrhunderte alten Bergbauspuren)

10 = Klammbachtal (die Sonnseite der bekannten Sellrainer Skitouren)

 

Nach Norden ins Inntal:

1 = Inzinger Tal bestehend aus Seetal und Enges Tal

2 = Flaurlinger Tal (Kanzingbachtal)

3 = Stamser Tal

 

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