Fischer TRAVERS | Überblick & Ratgeber | Travers CC, Travers CS, Travers GR, Travers TS Eine Erfolgsgeschichte

Fischer TRAVERS | Überblick & Ratgeber | Travers CC, Travers CS, Travers GR, Travers TS Eine Erfolgsgeschichte

Lesezeit: 28 min

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Der Fischer Travers ist einer der meistverkauften und erfolgreichsten Skitourenschuhe der letzten Jahre. In diesem Artikel geht es um die Entwicklung dieses Skitourenschuhs, sein Erfolgskonzept und seine Eigenschaften.

Danach gibt es ein paar Fotos von den hunderttausenden Höhenmetern die der Travers bei mir in den letzten sechs Jahren durchgemacht hat. Dann besprechen wir die vier einzelnen Modelle mit ihren individuellen Merkmalen, Vor- und Nachteilen durch. Zum Schluss gibt es Tipps zum richtigen Handling des Schuhs.

Die Travers Palette. Von links: Travers GR, Travers TS, Travers CS, Travers CC

Die Vorgeschichte

2015 war ich mit dem ersten Travers Prototypen in den Stubaier Alpen unterwegs. Noch in schwarz ohne Aufdruck, Farbe oder Design. Viele meinten, ich hätte alte Schalenbergschuhe vom Militär an.

Die Saison 2016/17 läutet die Zeit eines ganz besonderen Skitourenschuhs ein: Der Fischer Travers ist erstmals im Herbst 2016 über die Ladentheken gewandert. Nach mehreren Prototypen, viel Zeit und Herzblut war unser Baby endlich fertig.

Das Feedback war von Anfang an überwältigend positiv. Man konnte von allen Ecken und Enden vernehmen: „Endlich ein Schuh der ohne Anpassen angenehm im Aufstieg ist und gleichzeitig gut in der Abfahrt performt. Genau das was man als Skitourengeher braucht!“

Die Grundlagen der Travers-Kollektion

Der Fischer Travers. Ein Zweischnaller mit BOA-System, Slider-Schnalle samt Powerstrap und solidem Ski-/Walk-Kipphebel
Oberes Verschlusssystem samt Slider-Schnalle und Powerstrap. Zuerst stellt man den Klettverschluss am Strap für die gewünschte Abfahrtsstufe ein. Dann braucht man für den Aufstieg nur mehr die Schnalle zu öffnen und für die Abfahrt zu schließen. Hier am Bild ist die Schnalle im Abfahrtsmodus.

Der Travers ist einer Zweischnaller im +/-1kg Skitourenschuhsegment mit offener Zungenkonstruktion. Also keine Überlappkonstruktion wo sich der Kunststoff vorne am Fuß von links und rechts kommend überlappt. Dafür ist der Zungenbereich mit einer wasserdichten Gamaschenkonstruktion verschlossen.

Der Schuh verwendet einen soliden, einfachen und wartungsfreien Hebel (mit Stahl-Plattfeder) zum Umschalten zwischen Walk- und Skimodus.

 

Die untere Schnalle am Rist wird durch ein BOA-System (Verschluss-Drehrad samt Stahlseil im Vorfuß) vertreten. Die obere Schnalle ist ein Powerstrap (Verschlussband) mit Klettverschluss samt einer Slider-Buckle. Das heißt, man stellt das Verschlussband vor der Tour auf die gewünschte Abfahrtsweite ein und öffnet die Slider-Schnalle. Dann ist der Durchmesser um den Unterschenkel stark erweitert und ermöglicht somit einen angenehmen Aufstieg. Da man bereits vorher die Stufe für den Abfahrtsmodus eingestellt hat, braucht man nur mehr die Schnalle am Gipfel zumachen.

Seit 19/20 gibt es vier verschiedene Travers-Modelle in verschiedenen Performance- und Preiskategorien um das gesamte Spektrum an Skitourengehern abzudecken. Wobei alle Schuhe gleich aufgebaut sind. Sie unterscheiden sich lediglich in den verwendeten Kunststoffen und Carbon verbaut ist oder nicht.

Was macht den Fischer Travers so erfolgreich?

Es sind einige Punkte die den Travers derart erfolgreich machen…

Top Passform & Gewicht unter 1 kg bei gleichzeitiger hoher Performance

Der Travers hat einen relativ hochvolumigen Leisten und fühlt sich damit an wie ein Hauspatschen. Er ist einer der ganz wenigen Skitourenschuhe in dem sich auf Anhieb fast jeder wohlfühlt: Ohne Eingehphase, ohne Anpassung, ohne mühselige, sonstige Vorgänge. Ich bin in den Anden bereits 30 km an einem Tag mit dem Schuh zu Fuß mit Ski am Buckel und schwerem Rucksack gewandert – er ist wie ein leichter Bergschuh. Gleichzeitig performt der Travers in der Abfahrt aber außerordentlich gut.

Palau Innenschuhe

Die Top-Modelle des Travers (CC und CS) sind mit Innenschuhen der französischen Manufaktur Palau bestückt (thermoanpassbar und schnürbar, Schnürsenkel im Lieferumfang). Meiner Meinung nach die besten Innenschuhe am Markt. Sie sind weich, ohne verstärkende Platten und bieten damit einen einmalig guten Komfort. Daneben sind es die am besten anatomisch vorgeformten Innenschuhe die es am Markt gibt. Für den Fersenhalt beim Skitourengehen ist der Innenschuh entscheidend da man das Verschlusssystem wie Schnallen und BOA-Rad im Aufstieg in der Regel nicht stark schließt. Der Fersenhalt des Palau ist für meinen Fuß der beste den ich bei Skitourenschuhen kenne.

Die Kombi aus weichem Material und anatomischer Form der Palau Innenschuhe heben die Passform des Travers noch einmal auf einen neuen Level.

Palau Innenschuhe des Travers CC und Travers CS. Die Innenschuhe sind weich, elastisch, anatomisch vorgeformt und fühlen sich dadurch an wie ein zweites Paar Socken.
Palau Innenschuh mit Schnürsenkel

Anpassbarkeit Schale & Innenschuhe

Die Innenschuhe aller Travers-Modelle sind unter Hitze anpassbar. Die Schale ist vom Hersteller nicht zur Verformung ausgelegt.

Allerdings ist es kein Geheimnis, dass gute Schuhmacher und Händler auch die Schalen für ihre Kunden verändern. Meistens wird der Kunststoff an gewissen Stellen erhitzt und geweitet. Das geschieht allerdings auf eigene Gefahr in Sachen Materialversagen.

Kein Schnickschnack

Der Schuh ist clean. Frei von sinnlosen Neuerungen oder angeblich bahnbrechenden Erfindungen – die eigentlich kein echtes Problem lösen und oft Rückrufaktionen mit sich ziehen. Alles was sich am Markt bewährt hat, ist im Travers vereint und optimiert.

Gleichmäßiger Schluss des BOA-Systems durch Umlenkrollen

Das Stahlseil ist von Plastik ummantelt

Das BOA-System anstatt einer unteren Schnalle bewährt sich seit geraumer Zeit bei verschiedensten Skitourenschuhen. Das heißt, der Schuh schließt für den Fersenhalt eng am Rist und für die nötige Durchblutung nur leicht bei den Zehen – somit liegt eine perfekte Verteilung der Schließkraft vor. Beim Travers einzigartig: Die Umlenkrollen (Pulleys, aus Messing) für das Kunststoff-ummantelte Stahlseil. Dadurch entfällt der Verschleiß des Systems wie bei Schuhen mit BOA aber ohne Umlenkrollen. Ich hatte noch nie – auch bei keinem Prototypen – Probleme mit dem Seil.

Detail BOA-System. Übrigens mit lebenslanger Garantie! Das Stahlseil mit Plastikummantelung ist an Messing-Rollen gelagert.

Einfacher, effizienter Ski-Walk-Mechanismus

Der Ski/Walk-Mechanismus kurz vor dem Einrasten in Abfahrtsposition.

Es gibt wohl kaum ein anderes Teil an Skitourenschuhen in das in den letzten Jahren mehr Energie in unnötige Verschlimmbesserungen gesteckt wurde. Der Travers hat einen soliden, einfachen, wartungsfreien Kipphebel mit einer Plattfeder aus Stahl der zuverlässig funktioniert. Ende.

Wer ihn dauerhaft schön geschmeidig in der Bewegung halten will, kann alle paar Touren einen Tropfen Öl oder WD-40 reingeben, ist aber kein Muss.

 

Kein lästiges, weiteres Verschlussband zusätzlich zur oberen Schnalle am Schienbein 

Weil man es zum Skitourengehen einfach nicht braucht. Skitourengehen ist Bergsteigen bzw. Berggehen im Winter, nicht Alpin-Skifahren.

Lässiges Design

Der Schuh schaut nicht befremdlich-futuristisch aus und präsentiert sich trotzdem trendig und sportlich.

Volle Steigeisentauglichkeit

Trotz der Steigeisentauglichkeit bietet der Travers eine gewaltig kurze Sohlenlänge in allen Größen. Meines Wissens die kürzeste Sohlenlänge aller Skitourenschuhe. Dadurch hat man am Fels ein viel besseres Gefühl beim Kraxeln. 286mm bei Größe 26,5!

Soma Tec

Die Technologie von Fischer für die natürliche V-Stellung der Füße. Entlastet Knie und Hüfte markant.

 

Man erkennt die leicht veränderte Achse durch Somatec anhand der Absätze wo die Bindung einrastet. Sie sind leicht auf die Außenseite verschoben.

Widerstandsarme Schaftrotation

Theoretisch möglicher Rotationswinkel des Schaftes demonstriert am Fischer MY Travers Damenmodell

Die theoretisch mögliche Schaftrotation beträgt 80°. Das ist zwar ein nettes Argument, aber bringt in der Praxis allein nichts – da man maximal 50° bei langen Schritten nutzen kann.

Viel wichtiger ist eine widerstandslose Rotation um das Drehgelenk. Dieses bieten die schwereren Skitourenschuhe kaum – selbst wenn sie oft 60° und mehr an möglichem Rotationswinkel aufweisen. Man wird bei jedem Schritt durch einen Widerstand zwischen Schale und Schaft behindert. Der Travers weist praktisch keinen Widerstand auf da sich Schale und Schaft in der Rotation kaum berühren.

Maximal mögliche Schaftrotation mit Ansicht der Gamasche

Wasserdichte Gamasche

Die Gamasche des Travers zieht weit bis an den Unterschenkel hinauf. Sie ist innen wasserdicht mit Kunststoff beschichtet. Außerdem besitzt sie einen Klettverschluss der am Innenschuh anklettet. Damit kann sie selbst und die Zunge des Innenschuhs nicht verrutschen falls man seinen Innenschuh nicht schnürt.

Gamasche mit herausgezogener Gamaschenzunge

 

Vollgummisohle

Der Travers bietet eine Gummisohle mit einem ausgeglichenen Verhältnis zwischen Grip und Haltbarkeit. Für den Grip einer Sohle bei verschiedenen Schnee- und Felseigenschaften ist nur bedingt das Sohlenmuster ausschlaggebend, viel wichtiger ist eine möglichst weicher Gummi. Je weicher eine Gummimischung aber wird, desto verschleißanfälliger wird sie. Wir haben beim Travers einen sehr guten Kompromiss zwischen Haltbarkeit und Grip gefunden. Ich habe mit dem Schuh schließlich auch schon Gratüberschreitungen im Winter am Fels mit mehreren Kilometern und tausenden Höhenmetern im Aufstieg gemacht.

Die Sohle des Travers

Velcro Spoiler

Im Wadenbereich auf der Hinterseite der Innenschuhe befindet sich ein Teil der Oberfläche aus Klett. Hier kann man die mitgelieferten Velcro-Spoiler befestigen. Sie dienen einer Verringerung des Schaftdurchmessers bei besonders dünnen Unterschenkeln und erhöhen den Vorlagewinkel für noch mehr Abfahrtsleistung.

Befestigungsbereich am Innenschuh für den Spoiler

Genaue Charakteristik der Passform

Wir sind der Meinung, Skitourengehen ist Bergsteigen im Winter. Darum ist der Travers-Leisten auf eine möglichst angenehme Passform für die größtmögliche Schnittmenge des „Durchschnittsfußes“ ausgerichtet. Aber den einen Durchschnittsfuß gibt es nicht. Es gibt alles von klein, zart, riesig, niedriger Rist, knochig, gepolstert, verbogen, gerade, dick, dünn, hoher Rist, ausgeprägte Überbeine, Hallux, Plattfuß, Hohlfuß, schmale Ferse, breite Ferse, usw.

Darum hier eine mehr Infos zur Passform des Travers:

Der Leisten (das ist der Klotz um den der Schuh gebaut wird, der den Fuß nachahmt) ist bei allen Travers Modellen 100mm breit (Größe 26,5). Das Volumen des Leisten am Rist und im Zehenbereich ist im Verhältnis zu den meisten anderen Skitourenschuhen groß. Darum fühlt sich der Schuh für die allermeisten Nutzer superangenehm an. Die meisten Männer- und Frauenfüße mit einem normalen bis hohen Rist fühlen sich auf Anhieb wohl im Travers. Frauen mit sehr zarten Füßen und Männern mit niedrigem Rist ist der Leisten zu hoch. Dafür gibt es die mitgelieferten „Risers“. Das sind dünne Einlagssohlen die man für eine Verengung des Innenraums nutzen kann.

Lieferumfang des Travers neben Schale, Innenschuh und Einlagsohle: Risers, Schnürsenkel und zwei Spoiler
Vorgesehener Punkt um das Bohrloch zu setzen um die Position der oberen Schnalle verändern zu können. Damit der Schluss um die Wade noch enger wird.

Ich persönlich schließe den Strap am Unterschenkel meist auf Stufe 3 von 10, bei extremen Abfahrten auf Stufe 4. Sollte ich ihn noch enger zumachen, schnürt er mir komplett das Blut ab. Aber es gibt Leute mit einem sehr hohen Wadenansatz und folglich sehr dünnen Beinen (d.h. nur Knochen und Haut im Bereich des Skischuhschafts). Diesen Nutzern kann unter Umständen Stufe 10 am Strap noch zu weit sein. Deswegen kann man die Schnalle am Unterschenkel für extrem dünne Waden nach hinten versetzen. Damit wird der Durchmesser für den Unterschenkel noch einmal deutlich verengt.

Der Fischer Travers im Einsatz

Ich bin inzwischen sechs Jahre mit dem Travers unterwegs. Er hat schon alles vorstellbare durchgemacht: Von der Frühwinter-Steinskitour über Hochwinter-Pulverträume zu Frühjahrs-Butterfirntouren sowie Frühsommer-Bremsschneeaktionen. Oft in normalem Skitourengelände, aber vor allem im ambitionierten Skialpinismus oder beim Steilwandskifahren.

Ich habe dutzende von Skierstbefahrungen mit dem Travers durchgeführt. Und alle meine Ultra-Skitouren wie den Orient Express (6000hm, 58km) oder die Sellrain Sinfonie (5740 hm, 58km). Außerdem habe ich den Aconcagua (6962m) mit einem Travers im Winter bei unter -20°C bestiegen. Daneben bin ich in Südamerika damit 30 Kilometer an einem Tag auf einem schneefreien Steig mit Ski am Buckel gewandert. Und einige Überschreitungen der Bergkämme im Sellraintal im Winter und mehrere tausend Höhenmeter Felsgrate und Klettersteige mit Kletterstellen bis zu UIAA III hat er auch mitgemacht.

 

Die Travers Modellpalette

Übersichtstabelle

Fischer Travers CC – Die Maschine

 

Der CC ist der leichteste Vertreter und gleichzeitig das steifste aller Travers Modelle. Der Schaft ist vollständig aus Carbon und dementsprechend extrem steif und leicht. Dazu kommt ein erhöhter Vorlagewinkel von 3°. Der Schuh fährt sich um einiges aggressiver als alle anderen Travers Modelle und ist definitiv eine Waffe für High-Performance-Nutzer die bewusst auf ein natürliches Flex-Verhalten des Schaftes verzichten wollen.

    • Erst ab Saison 2022 wieder verfügbar. Es gab wegen Problemen mit der Carbon-Verarbeitung des Schaftes leider einen Rückruf. Derzeit läuft die Qualitätssicherung um ihn wieder anbieten zu können.
    • Flaggschiff der Kollektion
    • CC steht für Carbon Cuff
    • Vorlagewinkel: 16° – höherer Vorlagewinkel als die günstigen Travers Modelle, dadurch leichteres In-die-Knie-gehen und höhere Performance, aber auch anspruchsvoller zu fahren. Starke Oberschenkel sind somit ein Muss!
    • Preis: 749 Euro
    • Gewicht: 930 g (bei 26,5)
    • Material: Grilamid-Schale, Carbon-Aramid-Sohle, Voll-Carbon-Schaft
    • Farbe: Gelb mit schwarzem Schaft und roten Akzenten
    • Innenschuh: Palau (anpassbar & schnürbar)
    • Größen: 25,5 bis 29,5 in vollen Schritten.(= EU 40 – 46)
Die Kombination aus Grilamid-Schale, Carbon-Schaft und Carbon-Aramid-Platte in der Sohle machen den Travers CC zum steifsten Skitourenschuh seiner Zunft.
Die Carbon-Aramid-Platte in der Sohle stellt einen wichtigen Faktor für die Abfahrtsperformance dar! Da heute fast jeder nur mehr mit Pinbindungen unterwegs ist, hängt der Schuh während der Abfahrt zwischen den Pins vorne und hinten in der Luft. Vor allem bei den leichten Skitourenschuhen dieser Kategorie wird die Sohle durch die dünne Wandstärke der Materialien verwindungsanfällig. Das heißt, sie biegt sich bei Krafteinwirkung durch.
Die Carbon-Aramid-Platte über die gesamte Sohlenlänge wirkt diesem Problem gekonnt entgegen – damit die eingesetzte Kraft auch auf den Ski übertragen wird!

Fotostrecke zum Travers CC

 

 

Fischer Travers CS – Der Ambitionierte

Der Travers CS ist das frühere Topmodell „Travers Carbon“. Meiner Meinung nach DER Schuh für den ambitionierten Skitourengeher. Der Schaft flext mehr als der seines extrem steifen Bruders Travers CC da er aus Grilamid besteht. Die Sohle besteht ebenfalls aus einer Carbon-Aramid-Platte unter dem Gummi. Der Vorlagewinkel ist im Gegensatz zu den günstigeren Modellen ebenfalls um 3° erhöht. Starke Oberschenkel sind damit hilfreich für die Abfahrt.

    • CS steht für Carbon Sole
    • Preis: 649 Euro
    • Gewicht: 990 g (bei 26,5)
    • Vorlagewinkel: 16° – höherer Vorlagewinkel als die günstigeren Travers Modelle, dadurch leichteres In-die-Knie-gehen und höhere Performance, aber auch anspruchsvoller zu fahren. Starke Oberschenkel sind somit ein Muss!
    • Material: Grilamid-Schale, Grilamid-Schaft, Carbon-Aramid-Sohle
    • Farbe: Gelb mit schwarzen Akzenten
    • Innenschuh: Palau (anpassbar & schnürbar)
    • Größen: 24,5 bis 29,5 in vollen Schritten (= EU 38,5 – 46)

Die Carbon-Aramid-Platte in der Sohle des CC und CS Modells.

 

 Fischer Travers GR – bestes Preis/Leistungs-Verhältnis

Die Grilamid-Variante positioniert sich in der Mitte der Kollektion. Grilamid ist leichter und gleichzeitig steifer als die noch günstigere PU-Variante. Auf versteifende Materialien wie Carbon wird in diesem Modell verzichtet. Meiner Meinung nach der Travers für die breite Masse. Vor allem der geringere Vorlagewinkel erhöht den Komfort in der Abfahrt und entlastet die Oberschenkelmuskulatur.

    • GR steht für Grilamid
    • Preis: 549 Euro
    • Gewicht: 1090 g (bei 26,5)
    • Vorlage: 13°
    • Material: vollständig Grilamid
    • Farbe: Schwarz mit grünen Akzenten
    • Innenschuh: Fischer Thermoshape (anpassbar & schnürbar)
    • Größen: 23,5 bis 29,5 in vollen Schritten. (= EU 37 – 46)

 Fischer MY Travers GR – Ladies

    • Damenversion
    • Baugleich Travers GR
    • Preis: 549 Euro
    • Gewicht: 1090 g (bei 26,5)
    • Größen: 23,5 bis 29,5 in vollen Schritten. (= EU 37 – 46)
    • Farbe: Weiße Schale, schwarzer Schaft, blaue Akzente
    • Vollständiger Testbericht von Steffi hier

Fischer Travers TS  – Der Einsteiger in die Welt der Skitouren-Profis

Die Sohle von GR und TS haben keine Carbon-Aramid-Platte in der Sohle.

Der Thermoshape markiert das untere Ende der Kollektion und spricht vor allem Einsteiger an. Anstatt des hochwertigen Grilamid wird beim Travers TS Polyurethan (PU) Kunststoff verwendet. Der macht es möglich, den Schuh in dieser Preiskategorie anzubieten weil er einfach günstiger ist. PU ist nur ein bisschen weniger steif als die Grilamid-Versionen, dafür aber deutlich schwerer.

    • TS steht für Thermoshape
    • Preis: 449 Euro
    • Gewicht: 1190 g (bei 26,5)
    • Vorlage: 13°
    • Material: Polyurethan
    • Farbe: Schwarz mit roten Akzenten
    • Innenschuh: Fischer Thermoshape (anpassbar & schnürbar)
    • Größen: 23,5 bis 29,5 in vollen Schritten. (= EU 37 – 46)

Komplett Baugleich zum Travers TS: Fischer Transalp FIT (Sondermodell Hervis)

Schöne Touren und tolle Aussichten mit dem Fischer Travers.

Richtige Bedienung des Fischer Travers

Trotz aller Einfachheit des Travers gibt es ein paar Tipps zur Bedienung um Fehler möglichst im Ansatz zu verhindern.

Ski/Walk-Hebel

Die Kerbe am Ski/Walk kann vereisen. Vor allem, wenn man sein Hosenrohr im Aufstieg nicht über den Schuh hinunterzieht. Wenn man das Eis bzw. den Schnee vor Abfahrtsbeginn nicht entfernt, kann sich der Mechanismus logischerweise öffnen, da er nicht vollständig einrasten kann. Man kontrolliert daher vor jeder Abfahrt die Eisbildung in der Kerbe wie auch am Stift, wo der Hebel einrastet. Eis entfernt man mit einer streichenden Bewegung des Zeigefingers – mit oder ohne Handschuhe möglich.

Bleibt dennoch etwas Eis in der Kerbe zurück, drückt man den Hebel stark in den Stift, öffnet wieder, schließt wieder. Solange, bis das Eis draußen ist.

 

Der obere Schnalle mit Klettverschluss (Powerstrap oder Phatt-Maxx)

Die gelbe Kerbe und die Striche am Klettverschluss sind zur Hilfestellung gedacht. Man merkt sich damit in welcher Position man am liebsten Skifährt, also wie eng der Schuh am Schaft geschlossen sein soll. Der mittige Strich wäre Stufe 5, es gibt auch halbe Stufen (kurze Striche). Man stellt sich nach dem Anziehen des Schuhs immer seine Abfahrtsstufe am Klettverschluss bereits ein.

 

 

Für den Aufstieg lässt man die Schnalle offen. Diese rastet am Rot eingezeichneten Knopf ein.

 

Um in den Abfahrtsmodus zu wechseln, muss man nur die Schnalle schließen. Man braucht den Klettverschluss normal nicht mehr aufmachen und neu einstellen.

Abfahrtsposition der oberen Schnalle. In Blau die Sliderposition im Aufstiegsmodus, in Rot die Sliderposition jetzt im Abfahrtsmodus.

 

Trocknung und Lagerung

Für alle Skitourenschuhe gültig: Der Innenschuh wird zur Trocknung immer entfernt! Feuchtigkeit, die sich zwischen Innenschuh und Schale befindet, kann sonst nicht entweichen. Außerdem geht der Trockenvorgang viel schneller. Darum sind Skitourenschuhe die samt Schale am Schuhtrockner hängen für mich ein Nogo! Man hängt lediglich den Innenschuh an den Schuhtrockner, die Schale bleibt am Boden stehen. Wenn die Schuhe extrem verschwitzt sind, nimmt man zusätzlich die Einlagsohle raus, unter dieser befindet sich am meisten Feuchtigkeit.

Für die Lagerung schließt man die Schnalle und den BOA-Verschluss. Kunststoff nimmt die Form an, in der er länger verweilt. Lagert man seine Skitourenschuhe mit offenen Verschlüssen, werden sie immer weiter und weiter. Knallt man die Verschlüsse zur Lagerung voll zu, wird der Schuh etwas enger, v.a. am Rist.

So trocknet man Skitourenschuhe richtig. Ist ein Schuhtrockner vorhanden, kommt nur der Innenschuh rauf. Die Schale bleibt am Boden stehen.

 

Innenschuh richtig in Schale platzieren

Den Innenschuh nach dem Trocknen richtig zu platzieren, will auch gelernt sein. Hier gibt es den am häufigsten zu beobachtenden Fehler beim TRAVERS.

Schritt 1: Man greift sich das Bändchen der Gamasche an der Schale. Die andere Hand nimmt den Innenschuh in einem C-Griff.
Schritt 2: Man schiebt den Innenschuh in die Schale

Schritt 3: Man klappt den Schaft zurück. Die Gamasche liegt durch das Hineinschieben des Innenschuhs nicht richtig. Sie ist nach unten gekrempelt.
Schritt 4: Man krempelt die Gamasche nach oben
So liegt die Gamasche und das Halteband hinten richtig.
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9 Gedanken zu “Fischer TRAVERS | Überblick & Ratgeber | Travers CC, Travers CS, Travers GR, Travers TS Eine Erfolgsgeschichte

  1. Hallo!

    Also vielen Dank für deine super Seite/Blog!
    Bin noch beim Umstieg von dynafit tlt auf den Traverse cs, nun ist es fix!
    Danke dass du dir das antust für die Allgemeinheit, gehört auch mal gesagt!
    Gruß Manuel aus Tirol

  2. Hallo Lukas!
    Ich habe zum travers ts eine kurze frage:
    ich habe diesem schuh im frühjahr meinem „alten herren“ geschenkt. er ist ziemlich begeistert („der beste schuh den ich jemals hatte…“). jetzt werde ich ihm wohl zu weihnachten neue schi besorgen, denn diesen spruch „in meinem alter zahlt sich das nimmer aus“ kann ich nimmer hören…
    jetzt meine frage: natürlich ist die lowtech „die“ skitourenbindung, aber ist der travers ts auch für die fritschi zugelassen, oder aisschließlich für pin-bindungen?
    klaus

    • Hallo Klaus,

      freut mich, dass der Schuh so gut gefällt!
      Skitourenschuhe mit den kurzen Absätzen vorne und hinten wie sie bspw. der Travers, Dynafit TLT oder die leichten Scarpa-Modelle haben, werden für Rahmenbindungen nicht empfohlen. Man sieht es trotzdem immer wieder in Kombination. Grundsätzlich funktioniert es anscheinend, aber die Auslösung wird wahrscheinlich nicht so funktionieren, wie sie soll.

      LG
      Lukas

      • Danke für deine rasche Antwort.
        Du bestätigst meine Vermutung. Ich habe einen TLT und war vor 3 Wochen mit meinem „Schrofenschi“ auf dem eine alte Fritschi montiert ist auf Tour. Diese Kombi geht zwar (beim Einstieg ein bissl am hinteren Kipphebel mithelfen), aber so ganz 100%ig würde ich der Sache wenns kritisch werden könnte nicht. Thx für deine kompetente Auskunft.
        Und ja irgendwie bin ich fast a bissl traurig, dass ich den Travers verschenkt habe, denn der hätte mir für mich selber auch gut gefallen… Wird vermutlich auch mein nächster.
        Grüße, klaus

  3. Hallo Lukas!

    Zuerst einmal danke für Deine Top-Seite. Eine kleine Frage? Wie befestigst Du den Karabiner vom Sichereitsriemen. Ich möchte bei einem Ski keine Skibremse benützen. Vielen Dank für Deine Info.

    • Hallo Karl,

      es gibt Fangriemen die man mit einem Ankerstich an der Bindung und einem kleinen Karabiner am Schuh befestigt. Diese kann man am Seil des Travers einhängen.

      LG,
      Lukas

  4. Hallo Lukas
    Ich möchte dir zu deinen Ausführungen „Was macht den Travers so erfolgreich“ gratulieren. Du bringst die Sache auf den Punkt und auch mich ärgern schon lange viele Details an Tourenschuhen die kein Mensch braucht und offensichtlich nur von „Tourenschigehern“ und nicht Schitourengehern entwickelt und getestet wurden.
    Jede von dir gechriebene Zeile ist richtig.
    Ich hab zwar noch keine Fischer, werde mir aber sicher einen in naher Zukunft zulegen.

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