Fischer TRAVERS | Überblick & Ratgeber | Travers CC, Travers CS, Travers GR, Travers TS Eine Erfolgsgeschichte

Fischer TRAVERS | Überblick & Ratgeber | Travers CC, Travers CS, Travers GR, Travers TS Eine Erfolgsgeschichte

Lesezeit: 13 min

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Einführung

Der Fischer Travers ist einer der meistverkauften und erfolgreichsten Skitourenschuhe der letzten Jahre. In diesem Artikel geht es um die Entwicklung dieses Skitourenschuhs, sein Erfolgskonzept und seine Eigenschaften. Danach gibt es ein paar Fotos von den hunderttausenden von Höhenmetern die der Travers bei mir in den letzten sechs Jahren durchgemacht hat. Zum Schluss besprechen wir die vier einzelnen Modelle mit ihren individuellen Merkmalen, Vor- und Nachteilen durch.

Die Travers Palette. Von links: Travers GR, Travers TS, Travers CS, Travers CC

Die Vorgeschichte

2015 war ich mit dem ersten Travers Prototypen in den Stubaier Alpen unterwegs. Noch in schwarz ohne Aufdruck, Farbe oder Design. Viele meinten, ich hätte alte Schalenbergschuhe vom Militär an.

Die Saison 2016/17 läutet die Zeit eines ganz besonderen Skitourenschuhs ein: Der Fischer Travers ist erstmals im Herbst 2016 über die Ladentheken gewandert. Nach mehreren Prototypen, viel Zeit und Herzblut war unser Baby endlich fertig.

Das Feedback war von Anfang an überwältigend positiv. Man konnte von allen Ecken und Enden vernehmen: „Endlich ein Schuh der ohne Anpassen angenehm im Aufstieg ist und gleichzeitig gut in der Abfahrt performt. Genau das was man als Skitourengeher braucht!“

 

Was macht den Fischer Travers so erfolgreich?

Es sind einige Punkte die den Travers derart erfolgreich machen:

Top Passform & Gewicht unter 1 kg bei gleichzeitiger hoher Performance

Der Travers hat einen relativ hochvolumigen Leisten und fühlt sich damit an wie ein Hauspatschen. Er ist einer der ganz wenigen Skitourenschuhe in dem sich auf Anhieb fast jeder wohlfühlt: Ohne Eingehphase, ohne Anpassung, ohne mühselige, sonstige Vorgänge. Ich bin in den Anden bereits 30 km an einem Tag mit dem Schuh zu Fuß mit Ski am Buckel und schwerem Rucksack gewandert – er ist wie ein leichter Bergschuh. Gleichzeitig performt der Travers in der Abfahrt aber extrem gut.

Die Kombination aus Grilamid-Schale, Carbon-Schaft und Carbon-Aramid-Platte in der Sohle machen den Travers CC zum steifsten Skitourenschuh seiner Zunft.

Kein Schnickschnack

Der Schuh ist clean. Frei von sinnlosen Neuerungen oder angeblich bahnbrechenden Erfindungen – die eigentlich kein echtes Problem lösen und oft Rückrufaktionen mit sich ziehen. Alles was sich am Markt bewährt hat, ist im Travers vereint und optimiert.

Gleichmäßiger Schluss des Boa-Systems durch Umlenkrollen

Das Stahlseil ist von Plastik ummantelt

Das Boa-System anstatt einer unteren Schnalle bewährt sich seit geraumer Zeit bei verschiedensten Skitourenschuhen. Das heißt, der Schuh schließt für den Fersenhalt eng am Rist und für die nötige Durchblutung nur leicht bei den Zehen – somit liegt eine perfekte Verteilung der Schließkraft vor. Beim Travers einzigartig: Die Umlenkrollen (Pulleys) für das Kunststoff-ummantelte Stahlseil. Dadurch entfällt der Verschleiß des Systems wie bei Schuhen mit Boa System ohne Umlenkrollen. Ich hatte noch nie – auch bei keinem Prototypen – Probleme mit dem Seil.

Detail BOA-System. Übrigens mit lebenslanger Garantie! Das Stahlseil mit Plastikummantelung ist an Messing-Rollen gelagert.

Einfacher, effizienter Ski-Walk-Mechanismus

Der Ski/Walk-Mechanismus kurz vor dem Einrasten in Abfahrtsposition.

Es gibt wohl kaum ein anderes Teil an Skitourenschuhen in das in den letzten Jahren mehr Energie in unnötige Verschlimmbesserungen gesteckt wurde. Der Travers hat einen soliden, einfachen, wartungsfreien Kipphebel der zuverlässig funktioniert. Ende.

 

Kein lästiges, weiteres Verschlussband zusätzlich zur oberen Schnalle am Schienbein 

Weil man es zum Skitourengehen einfach nicht braucht. Skitourengehen ist Bergsteigen bzw. Berggehen im Winter, nicht Alpin-Skifahren.

Lässiges Design

Der Schuh schaut nicht befremdlich-futuristisch aus und präsentiert sich trotzdem trendig und sportlich.

Volle Steigeisentauglichkeit

Trotz der Steigeisentauglichkeit bietet der Travers eine gewaltig kurze Sohlenlänge in allen Größen. Dadurch hat man am Fels ein viel besseres Gefühl beim Kraxeln. 286mm bei Größe 26,5!

Palau Innenschuhe

Die Top-Modelle des Travers sind mit Innenschuhen der französischen Manufaktur Palau bestückt. Meiner Meinung nach die besten Innenschuhe am Markt. Sie sind weich, ohne verstärkende Platten und bieten damit einen einmalig guten Komfort.

Palau Innenschuhe des Travers CC und Travers CS. Die Innenschuhe sind weich, elastisch, anatomisch vorgeformt und fühlen sich dadurch an wie ein zweites Paar Socken.

Widerstandsarme Schaftrotation

Theoretisch möglicher Rotationswinkel des Schaftes demonstriert am Fischer MY Travers Damenmodell

Die Schaftrotation beträgt 80°. Das ist zwar ein nettes Argument, aber bringt in der Praxis allein nichts – da man maximal 50° bei langen Schritten nutzen kann. Viel wichtiger ist eine widerstandslose Rotation um das Drehgelenk. Dieses bieten die schwereren Skitourenschuhe kaum – selbst wenn sie oft 60° und mehr an theoretisch möglichem Rotationswinkel aufweisen. Man wird bei jedem Schritt behindert, durch einen Widerstand den Schale und Schaft erzeugen. Der Travers weist praktisch keinen Widerstand auf da sich Schale und Schaft in der Rotation kaum berühren.

Maximal mögliche Schaftrotation mit Ansicht der Gamasche

Wasserdichte Gamasche

Die Gamasche des Travers zieht weit bis an den Unterschenkel hinauf. Sie ist innen wasserdicht mit Kunststoff beschichtet. Außerdem besitzt sie einen Velcro der am Innenschuh anklettet. Damit kann sie nicht verrutschen.

Gamasche mit herausgezogener Gamaschenzunge

 

 

Der Fischer Travers im Einsatz

Ich bin inzwischen sechs Jahre mit dem Travers unterwegs. Er hat schon alles vorstellbare durchgemacht: Von der Frühwinter-Steinskitour über Hochwinter-Pulverträume zu Frühjahrs-Butterfirntouren und Frühsommer-Bremsschneeaktionen. Oft in normalem Skitourengelände, aber vor allem im ambitionierten Skialpinismus oder beim Steilwandskifahren. Ich habe dutzende von Skierstbefahrungen mit dem Travers durchgeführt. Und alle meine Ultra-Skitouren wie bspw. den Orient Express (6000hm, 58km) oder die Sellrain Sinfonie (5740 hm, 58km). Außerdem habe ich den Aconcagua (6962m) mit einem Travers im Winter bestiegen.

Die Travers Modellpalette

Angespornt durch das positive Feedback und die gute Resonanz zum Travers, erweitern wir ab 2019/20 die Kollektion um das gesamte Spektrum an Skitourengehern abzudecken. Nun gibt es vier verschiedene Fischer Travers Modelle in verschiedenen Performance- und Preiskategorien. Wobei alle Schuhe gleich aufgebaut sind. Sie unterscheiden sich lediglich in den verwendeten Materialien.

Fischer Travers CC – Die Maschine

    • Flaggschiff der Kollektion
    • CC steht für Carbon Cuff
    • Vorlagewinkel: 16° – höherer Vorlagewinkel als die günstigen Travers Modelle, dadurch leichteres In-die-Knie-gehen und höhere Performance, aber auch anspruchsvoller zu fahren. Starke Oberschenkel sind somit ein Muss!
    • Preis: 749 Euro
    • Gewicht: 930 g (bei 26,5)
    • Material: Grilamid-Schale, Carbon-Aramid-Sohle, Voll-Carbon-Schaft
    • Farbe: Gelb mit schwarzem Schaft und roten Akzenten
    • Innenschuh: Palau (anpassbar)
    • Der CC ist das Flaggschiff der Kollektion. Er ist der leichteste Vertreter und gleichzeitig das steifste aller Travers Modelle. Der Schaft ist vollständig aus Carbon und dementsprechend extrem steif und leicht. Dazu kommt ein erhöhter Vorlagewinkel von 3°. Der Schuh fährt sich um einiges aggressiver als alle anderen Travers Modelle und ist definitiv eine Waffe für High-Performance-Nutzer die bewusst auf ein natürliches Flex-Verhalten des Schaftes verzichten wollen.

Fotostrecke zum Travers CC

 

 

Fischer Travers CS – Der Ambitionierte

    • CS steht für Carbon Sole
    • Preis: 649 Euro
    • Gewicht: 990 g (bei 26,5)
    • Vorlagewinkel: 16° – höherer Vorlagewinkel als die günstigeren Travers Modelle, dadurch leichteres In-die-Knie-gehen und höhere Performance, aber auch anspruchsvoller zu fahren.
    • Material: Grilamid-Schale, Grilamid-Schaft, Carbon-Aramid-Sohle
    • Farbe: Gelb mit schwarzen Akzenten
    • Innenschuh: Palau (anpassbar)
    • Der Travers CS ist das frühere Topmodell „Travers Carbon“. Meiner Meinung nach DER Schuh für den ambitionierten Skitourengeher. Der Schaft flext mehr als sein neuer, extrem steifer Bruder Travers CC.

Die Carbon-Aramid Platte in der Sohle des CC und CS Modells.

 

 Fischer Travers GR – bestes Preis/Leistungs-Verhältnis

    • GR steht für Grilamid
    • Preis: 549 Euro
    • Gewicht: 1090 g (bei 26,5)
    • Vorlage: 13°
    • Material: vollständig Grilamid
    • Farbe: Schwarz mit grünen Akzenten
    • Innenschuh: Fischer Thermoshape (anpassbar)
    • Die Grilamid-Variante positioniert sich in der Mitte der Kollektion. Grilamid ist leichter und gleichzeitig steifer als die günstigere PU-Variante. Auf versteifende Materialien wie Carbon wird in diesem Modell noch verzichtet. Meiner Meinung nach der Travers für die breite Masse.

 

 Fischer MY Travers GR – Ladies

Fischer Travers TS  – Der Einsteiger in die Welt der Skitouren-Profis

Die Sohle von GR und TS haben keine Carbon-Aramid-Platte in der Sohle.
    • TS steht für Thermoshape
    • Preis: 449 Euro
    • Gewicht: 1190 g (bei 26,5)
    • Vorlage: 13°
    • Material: Polyurethan
    • Farbe: Schwarz mit roten Akzenten
    • Innenschuh: Fischer Thermoshape (anpassbar)
    • Der Thermoshape markiert das untere Ende und spricht vor allem Einsteiger an. Anstatt des hochwertigen Grilamid wird beim Travers TS Polyurethan (PU) Kunststoff verwendet. Dieser macht es möglich, den Schuh in dieser Preiskategorie anzubieten. Damit ist der Schuh nur ein bisschen weniger steif als die Grilamid-Versionen, dafür aber schwerer.

Komplett Baugleich zum Travers TS: Fischer Transalp FIT (Sondermodell Hervis)

Schöne Touren und tolle Aussichten mit dem Fischer Travers.
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2 Gedanken zu “Fischer TRAVERS | Überblick & Ratgeber | Travers CC, Travers CS, Travers GR, Travers TS Eine Erfolgsgeschichte

  1. Hallo Lukas
    Ich möchte dir zu deinen Ausführungen „Was macht den Travers so erfolgreich“ gratulieren. Du bringst die Sache auf den Punkt und auch mich ärgern schon lange viele Details an Tourenschuhen die kein Mensch braucht und offensichtlich nur von „Tourenschigehern“ und nicht Schitourengehern entwickelt und getestet wurden.
    Jede von dir gechriebene Zeile ist richtig.
    Ich hab zwar noch keine Fischer, werde mir aber sicher einen in naher Zukunft zulegen.

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