Die Lehren der Altschnee-Winter

oder: „Was ich nicht sehen kann, gibt es nicht. doch!“

„Wenn ein Triebschneeproblem eine Art gefährliches Schachspiel ist, bemisst die Gefahrenstufe das Können des Gegners. Je nach dem mag der Gegner gut sein, auch unbezwingbar, aber er hält sich an gewisse Regeln. Ein Altschneeproblem hält sich im besten Fall an andere Regeln, im schlechtesten Fall an gar keine. Das Spiel ist weniger wie Schach und mehr wie russisches Roulette. Und die Gefahrenstufe ist die Anzahl der Kugeln im Magazin. […] 

Und ich true mich nicht hin, weil mir eindrücklich klar geworden ist, dass mittelmäßiges Schachkönnen nicht ausreicht, um im russischen Roulette zu gewinnen.“

„Der kurze und heiße Flirt = Lawinenlagebericht reduzieren auf die Gefahrenstufe. Die Langzeitbeziehung = Den kompletten Lawinenlagebericht anwenden. Jede gute Beziehung entwickelt sich vom „Kennenlernen“ (dem Verstehen von Gefahrenstufe und Lawinengefahr) über den „ersten Flirt“ (der Reduktionsmethode) hin zur „Langzeitbeziehung“ (dem physikalisches Prozessverständnis).“ 

„Der Schneedeckenaufbau wirkt sich direkt auf das Risiko aus: bei ungünstigem Aufbau (ausgeprägtes Altschneeproblem) ist das Lawinenrisiko 50 % höher als bei gleicher Gefahrenstufe, aber anderem Lawinenproblem. Dieser höhere Wert rührt vor allem von der Gefahrenstufe 3 („erheblich“) her: Dort war das Risiko bei Altschnee-Situationen sogar doppelt so hoch wie bei den anderen Gefahrenquellen.“

 

 

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3 Gedanken zu “Die Lehren der Altschnee-Winter

  1. Stimme zu 100%. Die Warnstufe alleine ist zu wenig. Die Historie davor ist entscheidend für die Planung und das Verhalten. Ganz toll diesbezüglich ist der BLOG des LWD, bei dem ja auch Lukas mitarbeitet, für mich als Skitoureninstruktor unerlässlich. Und noch was, hinaus ins Gelände, man bekommt ein Gefühl für die Verhältnisse.

    lg
    Martin

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